Die Schönbuchbahn und die Hesse-Bahn sollen eine gemeinsame Werkstatt bekommen. Foto: Archiv

Das Gipfeltreffen der beiden Landräte aus Böblingen und Calw hat eine neue Idee befeuert: Könnten die Schönbuchbahn und die Hesse-Bahn gekoppelt werden, mit einer gemeinsamen Werkstatt für Elektrowagen? Damit wäre der Dieselbetrieb vom Tisch.

Renningen/ Weil der Stadt – Was genau die beiden Landräte Roland Bernhard und Helmut Riegger hinter verschlossenen Türen besprochen haben, bleibt wohl deren Geheimnis. Immerhin vier Tage ließen sie sich Zeit, um dann eine gemeinsame Presseerklärung herauszugeben. Dabei hat man sich auf einen gemeinsamen Fahrplan verständigt, im Herbst soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, der auch politische Vertreter angehören, also die Landräte oder Kreistags-Fraktionschefs. Eine Annäherung scheint in Sachen Elektrobetrieb möglich – dies wird zumindest in der Erklärung angedeutet.

Zunächst aber will man vor allem wieder ins Gespräch kommen – die Stimmung war ob des forschen Vorgehens der Calwer in den vergangenen Wochen doch ziemlich frostig geworden. Nun ist von einem „gemeinsamen Kommunikationskonzept“ die Rede. „Wir wollen die Hermann-Hesse-Bahn in einer guten, wechselseitigen Unterstützung voranbringen“, erklären beide Landräte. Man wolle mit einer Stimme sprechen und die Kommunen entlang der Strecke einbinden.

Bemerkenswert ist die Formulierung zu der Frage, ob Diesel- oder Elektrowagen fahren sollen. Man erkenne einen „gemeinsamen Nutzen“, heißt es, durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Schönbuchbahn und Hermann-Hesse-Bahn. Wenn man den Betriebshof in Böblingen nutze, könne man Kosten sparen. Beide Projekte sollen also zusammengespannt werden. Ob das eine Vorentscheidung ist, dass man Elektrotriebwagen nutzt, bleibt offen – das ist eine zentrale Forderung der Kritiker aus Weil der Stadt und Renningen.

Zunächst sollen die offenen Fragen geklärt werden – vor allem die doppelt genutzte Strecke zwischen Weil der Stadt und Renningen. „Die Vermeidung von Störungen für die S 6 hat für uns oberste Priorität", erklärt der Böblinger Landrat Roland Bernhard. Daher soll der „Stresstest“ für diesen Abschnitt bis Mitte des Jahres vorliegen. Zudem hat man sich darauf verständigt, die „gültigen Grenzwerte“ für Lärm und Schadstoffe einzuhalten.

Wie geht es weiter? Zunächst wird auf der Fachebene weitergeredet, dann soll im Herbst ein Gipfel mit den beiden Landräten und den Fraktionschefs beider Kreistage stattfinden. „Erst dann können wir über eine mögliche Mitfinanzierung entscheiden“, sagt Bernhard. Mehr Aussagen zum Geld gibt derzeit nicht . . .

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