Die VfB-Traditionself kickt am 12. Juni gegen die Altherren-Mannschaft der Renninger Sportvereinigung im Rankbachstadtion. Foto: Avanti

Benefizfußballturnier und Spendenlauf zugunsten todkranker Kinder: Am 12. Juni geht es rund.

Renningen - Martina Steinbrenner steckt mitten in den Vorbereitung. Allzu viel Zeit bleibt der emsigen Renningerin nicht mehr. Denn in gut zwei Wochen, am Freitag, 12. Juni, tritt die Traditionself des VfB Stuttgart gegen die Altherren-Mannschaft der Renninger Sportvereinigung an. Um 18 Uhr ist Anpfiff im Rankbachstadtion. Am Nachmittag drehen dort schon die Schüler beim Spendenlauf ihre Runden. Das Geld, das an diesem Tag zusammen kommt, fließt in den Aufbau eines Schmerztherapieteams für Kinder.

Denn so eine „Spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung“ (SAPPV) für Kinder und Jugendliche gibt es in Baden-Württemberg bislang noch nicht. „Und das muss sich dringend ändern“, erklärt Martina Steinbrenner. Seit mehr als einem Jahr arbeitet die zweifache Mutter aus Renningen mit Hochdruck daran, ein Palliativ-Care-Team aufzubauen.

Martina Steinbrenner steht in engem Kontakt mit Ärzten aus dem Stuttgarter Ölgäle, den ambulanten Hospizdiensten Leonberg und Böblingen und den Bärenkindern aus Sindelfingen. Wenn alles klappt, könnte der Startschuss Anfang des kommenden Jahres fallen.

Ohne Geld kein Palliativ-Care-Team

Um solche ein Versorgung stemmen zu können, braucht es Ärzte, Pflegekräfte und Psychologen mit Zusatzausbildung, die sterbenskranke Kinder und Jugendliche schmerztherapeutisch behandeln. Und zwar nicht im Krankenhaus. „Es geht dabei nicht mehr um Heilung“, erklärt Steinbrenner. Die Kinder sollten zuhause sterben dürfen, in Würde und im Kreise ihrer Familie. „Und vor allem ohne Schmerzen.“

Doch so eine schmerztherapeutische Versorgung kostet eine ordentliche Stange Geld. Etwa 80 000 Euro, sagt die Renningerin. Weil aber die Krankenkassen bislang lediglich fallbezogen zahlten und nicht für den Gründungsstock oder die Leerlaufzeiten eines Kinder-Palliativ-Care-Teams aufkommen, setzt sie alle Hebel in Bewegung, um Geld aufzutreiben.

Sie wird nicht müde, versucht, für ihre Benefiz-Veranstaltungen berühmte Figuren aus Kunst, Politik oder Sport zu gewinnen. Für das große Benefizfußballturnier im Juni konnte sie die VfB-Traditionself verpflichten.

Alle Einnahmen fließen in das Kinderprojekt

Ob am Ende tatsächlich Guido Buchwald, Hansi Müller und die Gebrüder Allgöwer auf dem Platz in Renningen auflaufen werden, steht noch nicht ganz fest. „Aber ich drücke ganz fest die Daumen“, sagt Martina Steinbrenner. Sie hofft auf viele Besucher, 2500 Plätze gibt es im Rankbachstadion. Mit dabei sind an diesem Abend krebskranke Kinder, die von den Bärenkindern betreut werden, und ihre Familien.

Der Eintritt fließt komplett in das Kinderprojekt. Ebenso das Geld, das Renninger Schüler beim Spendenlauf am Nachmittag sammeln werden. Die Anmeldeformulare hat sie vor den Pfingstferien in den Schulen abgegeben. „Ich hoffe, dass viele Kids mitlaufen.“ Und damit anderen, todkranken Kindern helfen.

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