Unternehmerin Birgit Gaubisch beim Schlagabtausch mit dem Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt – der Schiedsrichter und LKZ-Redaktionsleiter Michael Schmidt kann die Karten stecken lassen. Foto: DRF Foto:  

Auf der achten Leistungsschau am Rankbach zeigt sich der Mittelstand von seiner besten Seite. Familär und bunt präsentieren sich Gewerbetreibende in der künftigen Bosch-Stadt.

Renningen - Birgit Gaubisch schießt. Wolfgang Faißt will den schnellen Ball abfangen. Der Torwart fliegt schon, doch Gaubisch hat etwas zu weit nach rechts gezielt – der Ball geht um Millimeter vorbei. Natürlich treten der Bürgermeister und die Unternehmerin, die am Samstag 50 geworden ist, nicht auf einem echten Fußballplatz gegeneinander an. Sie spielen Tipp-Kick auf der Renninger Leistungsschau – und beantworten zwischendurch Fragen des LKZ-Redaktionsleiters Michael Schmidt bei der Talkrunde „1:0 für den Mittelstand!?“Insgesamt seien die Geschäfte und Handwerker in Renningen zufrieden, betont Gaubisch, die einen Textilladen in Malmsheim führt. Dennoch: dass kommunale Wirtschaftspolitik nicht immer so auf Knopfdruck funktioniert, wie der Torwart springt, weiß Faißt. „Erfolg bedeutet, im Gespräch zu bleiben“, sagt er. Er berichtet, seine Rathaus-Mannschaft arbeite seit Jahren am Anschlag – auch wegen der Ansiedlung des Bosch-Forschungszentrums. „Bleibt da Zeit für den Mittelstand?“, hakt Schmidt nach. „Notfalls dann einmal sonntags.“

An diesem Leistungsschau-Sonntag hat der Schultes jedenfalls ausreichend Gelegenheit, mit „seinem“ Mittelstand ins Gespräch zu kommen. Schließlich ist ein Großteil der Renninger Unternehmer bei der Gewerbeschau in und um die Sport- und Festhallen versammelt. Vom Zimmermann bis zur Bank, vom Sportverein bis zur Kirchengemeinde präsentieren sich Firmen und Institutionen.

Stefan Efkemann lässt die Messe-Gäste sogar virtuell fliegen. Der 48-Jährige und sein Chef Christoph Bergmann vom Modellbaushop Cogius haben ein Computerprogramm mitgebracht. „Aero Fly professionell deluxe“ heißt es und simuliert das Lenken eines Modellflugzeugs. Gerade ist eine A320 in ein Feld aus Pixeln gestürzt. Für den nächsten Besucher wählt Efkemann lieber ein kleineres Modell am Bildschirm. „Bei uns waren immer Leute. Ob sich die Schau gelohnt hat, wissen wir aber erst in ein paar Wochen.“

Auch andere Gewerbetreibende sind zufrieden. Die Betreuer des Fahrzeugservice-Langkönig-Standes locken die Spaziergänger zum Gewinnspiel. Sie haben einen Smart mit Luftballons gefüllt. Sie sind keine neue Form von Airbag, sondern wollen in ihrer Anzahl geschätzt werden – wer das richtige Ergebnis errät, gewinnt.

„Die Messe ist gut gelaufen“, sagt Elke Meister von der Sessler-Mühle, und auch Christine Speer von Kaufmann Spielwaren berichtet: „Hier war heute und gestern einiges los.“ Beliebt seien der automatische Apfelschäler, die Maschine für wasserlösliche Tattoos (Rosen für die Mädchen, Flammen für die Jungs) und die sitzbeinangepassten Fahrradsättel. Die genaue Zahl der Messebesucher kann der Organisator Robert Schmidt am Sonntagnachmittag nicht nennen. „Schwer zu schätzen, auch wegen des weiträumigen Geländes“, sagt er. Aber die Rückmeldungen von den Ausstellern seien positiv. Vor fünf Jahren seien die Mitglieder des Renninger Gewerbevereins unsicher gewesen, ob sie überhaupt noch einmal eine Schau organisieren wollten, verrät er. „Aber wir sind jedes Mal froh, wenn wir es durchgezogen haben.“

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