Quickpack schließt spätestens in einem halben Jahr seine Produktion. 70 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Foto: Quickpack

Der Hersteller von Verpackungsfolien verlagert in spätestens einem halben Jahr seine Alufolien-Herstellung nach Düren im Rheinland. 70 Mitarbeiter verlieren dann ihren Job. Nur Verwaltung und Vertrieb bleiben noch in der Stadt.

Renningen - Der Blick auf die Internetseite der Renninger Firma Quickpack überrascht zunächst. Dort abgebildet, in der Rubrik „Über uns“, ist das große Fertigungswerk in Düren, gelegen zwischen Köln und Aachen. Doch eigentlich befindet sich der Hauptsitz des Herstellers für Verpackungsfolien im Renninger Gewerbegebiet Raitestraße – noch. Denn spätestens bis zur Mitte des kommenden Jahres gehen bei der Quickpack-Produktion am Rankbach die Lichter aus.

Zwar bleiben der Vertrieb und die Verwaltung weiterhin in der Benzstraße. Die Alufolie, die das Unternehmen in Renningen herstellt, wird von Mitte nächsten Jahres in Nordrhein-Westfalen produziert. 70 der 100 Beschäftigten stehen ohne Job da.

Die Gewinne bleiben aus

„Eine Katastrophe“, sagt der Geschäftsführer Jörg Schwaderer, „mir tut die Sache im Herzen weh.“ Bei einer Betriebsversammlung am Freitagmittag erfuhr die Belegschaft von den Plänen der Firmenleitung. „Die Reaktion der Mitarbeiter waren betretenen Mienen und Trauer“, berichtet der Firmenchef, der die schlechte Nachricht selbst überbringen musste.

Warum ist die Firma in Schieflage geraten? „Unsere Produkte verteuern sich durch ein Anti-Dumping-Verfahren der EU“, erklärt Schwaderer, „außerdem hat sich unsere Kundenstruktur verändert.“ Deswegen ziehe der Betrieb mit seinen insgesamt 350 Mitarbeitern eine zentralere Lage innerhalb der Bundesrepublik vor. Und zwar um, wie der Geschäftsführer sagt, „näher bei den Kunden zu sein.“ Außer dem Werk in Düren, welches das Unternehmen 1988 eröffnet hatte, betreibt die Firma noch einen Standort in Magdeburg.

Steigende Logistikkosten durch schwindende Aufträge – so könne man die Lage umschreiben, so Schwaderer. 150 Millionen Euro Jahresumsatz generiert das Unternehmen. „In den vergangenen Jahren haben wir allerdings keinen Gewinn mehr gemacht“, klagt der Geschäftsführer.

Noch vor wenigen Jahren hatte das ganz anders ausgesehen. Das Unternehmen erweiterte 2007 seinen Komplex im Renninger Industriegebiet, schaffte neue Maschinen an und stellte regelmäßig Mitarbeiter ein. Dann kam der Einbruch.

Dass die Verwaltung weiter am Rankbach bleibt, sei „immerhin etwas“, betont Jörg Schwaderer. In der Geschäftsführung habe man sich vorgenommen, mit offenen Karten zu spielen. „Wir schleichen uns nicht aus Renningen davon“, sagt er. Immerhin sei das Unternehmen bereits seit sehr langer Zeit in am Rankbach.

„Keine Lippenbekenntnisse“

Seit Beginn des Jahres 1994 firmiert das Unternehmen als „Quickpack Haushalt + Hygiene GmbH“. 1966 wurde es als „Plastica“ in Stuttgart-Feuerbach gegründet. Elf Jahre später fiel der Entschluss, in das damals neue Renninger Industriegebiet Raitestraße umzuziehen. Ein neuerlicher Umzug steht nun bevor. Die Maschinen kommen voraussichtlich nach den Düren.

„Für die Produktionsgebäude gibt es aber noch keine Lösung“, sagt Schwaderer. Und die Quickpack-Mitarbeiter? „Die werden wir unterstützen“, verspricht der Geschäftsführer, „mit Zeugnissen und Empfehlungen, damit sie bei anderen Betrieben unterkommen.“ Über mögliche Abfindungen werde man noch verhandeln. Das seien „definitiv keine Lippenbekenntnisse“, bekräftigt Jörg Schwaderer weiter. Trotz allem müsse man sich als Unternehmen neu positionieren, lautet dennoch das unmissverständliche Fazit des Geschäftsführers.

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