Die „Neuen“: Jasmina Wiehe (links) und Peggy Simmert verstärken das Team der Renninger Sozialarbeit. Foto: factum/Granville

Die beiden neuen Sozialarbeiterinnen haben ein offenes Ohr für die Jugendlichen der Stadt.

Renningen – Wer sich mit ihnen unterhält, merkt schnell: Peggy Simmert und Jasmina Wiehe sind Sozialarbeiterinnen mit Leib und Seele. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist einfach unser Ding“, sagt Peggy Simmert mit leuchtenden Augen. Die 28-Jährige hat im September ihren Dienst als Schulsozialarbeiterin im Renninger Schulzentrum angetreten. Jasmina Wiehe (33) ist das neue Gesicht der Jugendsozialarbeit. Im August ist sie in die Fußstapfen von Kristina Schubert getreten und arbeitet zusammen mit Bernd Bräuning und Florian Langer.

Seit 2011 ist Wiehe beim Verein für Jugendliche im Landkreis Böblingen tätig, war als Familienhelferin im Einsatz. Und an der Friedrich-Schiller-Schule zuständig für das Projekt „Kleine Klasse“. Die Renninger Jugend kennt sie. „Und das hat, gerade am Anfang, vieles einfacher gemacht“, erzählt die sympathische Frau mit der Brille. Denn das Vertrauen, das für die Beziehung zwischen den Jugendlichen und den Sozialarbeitern extrem wichtig ist, war schon da.

Und so kommen die Kids einfach mal bei ihr vorbei, wenn ihnen danach ist. „Manche erzählen mir von Problemen in der Schule, zuhause oder mit Freunden“, erklärt Jasmina Wiehe. „Und andere wollen einfach nur mal ein bisschen quatschen.“

Die Schulsozialarbeiterin betreut 1200 Kinder

Langweilig wird es der 33-Jährigen in ihrem Job sicher nicht. Schließlich hat sie gut was zu tun. Sie koordiniert das „Theater im Kreis“ und das Sommerferienprogramm in der Stadt, organisiert auch das Jugend- und Kidscafé, Angebote speziell nur für Mädchen und sie arbeitet mit dem Renninger Jugendgemeinderat zusammen. Und dann ist sie auch noch regelmäßig während der Pausen in der Mensa des Schulzentrums anzutreffen.

Und zwar im Büro von Schulsozialarbeiterin Peggy Simmert. Die 28-Jährige hat sich gut eingelebt. Auch wenn die ersten Monate sehr arbeitsintensiv waren. Sie hat sich in allen Klassen vorgestellt, hat mit den Lehrern gesprochen und war auf Elternabenden. Doch ihr Einsatz trägt Früchte, schon jetzt kommen viele Schüler zu ihr. „Das freut mich sehr“, sagt Peggy Simmert. „Sie können mit allem zu mir kommen, ich habe für alle ein offenes Ohr.“

Eine ganz schöne Herausforderung, immerhin gibt es am Schulzentrum mehr als 1200 Kinder und Jugendliche. „Das schaffe ich schon“, sagt die junge Frau selbstbewusst. Eines ist ihr bei ihrer Arbeit besonders wichtig: „Ich begegne den Kids auf Augenhöhe.“ Und das meint sie auch wortwörtlich, denn riesig ist sie mit ihren 1,55 Metern Körpergröße nicht gerade. Aber da steht die toughe Blondine, die in Ost-Berlin geboren und in Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) aufgewachsen ist, drüber.

Jugendsozialarbeiter wollen aufklären, nicht belehren

Die beiden „Neuen“ haben einiges vor. Peggy Simmert will das Angebot der Schulsozialarbeit noch stärker an die Schüler heranbringen. Sie will Hemmschwellen abbauen, auch bei den Eltern. „Manche denken, dass irgendwas schief läuft, nur weil ihr Kind zu mir kommt.“ Dabei sei es ganz wichtig, dass Jugendliche auch mal das Gespräch mit anderen Erwachsenen suchen, um das, was sie beschäftigt, loszuwerden.

Die Jugendsozialarbeiterinnen wollen weder belehren noch erziehen. Sie wollen aufklären. „Wir stehen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger vor ihnen“, betont Jasmina Wiehe. Das sei auch in der Flüchtlingsdebatte wichtig. Die Sozialarbeiter wollen Brücken schlagen zwischen jungen Flüchtlingen und den Renninger Jugendlichen. Wichtig ist ihnen dabei eines: „Wir müssen alle im Auge behalten, damit keiner hinten runter fällt“, sagt Jasmina Wiehe.

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