Die B 295 bleibt der Zankapfen, auch die Parallelverbindung K 1006 . Foto: LKZ-Archiv

In den Streit zwischen Renningen und Magstadt um die Straße zum Ihinger Hof kommt Bewegung. Eigentlich sollte diese Verbindung schon längst dicht sein, so hat es der Kreistag beschlossen. Doch der Landrat will warten, bis der Lückenschluss fertig ist.

Renningen/Magstadt - In den Streit zwischen Renningen und Magstadt um die Straße zum Ihinger Hof kommt Bewegung. Eigentlich sollte diese Verbindung schon längst dicht sein, so hat es der Kreistag beschlossen. Doch der Widerstand aus Renningen und Weil der Stadt ist enorm. Nun hat der Landrat Roland Bernhard erklärt: Bis der Lückenschluss fertig ist, also die ausgebaute Kreuzung zwischen B 295 und B 464, soll die Straße offen bleiben. Das freut die Renninger, die Magstadter sind empört.

Beginnen wir ganz von vorne. Die Straße zum Ihinger Hof, die offiziell Kreisstraße 1006 heißt, und dann weiter zur B 464 bei Magstadt, ist schon seit Jahren ein Politikum. „Für uns ist es eine wichtige Entlastung für die viel befahrene B 295“, erklärt Hartmut Marx, der Renninger Stadtbaumeister. Außerdem sei es eine bedeutende Ausweichroute, wenn die Bundesstraße durch Staus oder Unfälle gesperrt werden müsse. Im Gemeinderat der Rankbachstadt wurden im vergangenen Jahr Befürchtungen laut, dass sich der Schleichverkehr aus Richtung Merklingen deutlich erhöht – wenn eben diese Entlastung wegfällt. Denn viele Autofahrer aus Weil der Stadt und Schafhausen nutzen die Route, um in Richtung Stuttgart zu kommen – in Renningen fürchtet man 2500 Autos, die täglich mehr durch den Ort fahren. Zudem könnte die Ampel an der Kreuzung zum Kindelberg dadurch überlastet werden.

Die Tankstelle als Zankapfel

Ganz anders sieht man das in Magstadt. Dort verweist der Hauptamtsleiter Hans-Peter Burckhardt darauf, dass die Sperrung der K 1006 schon längst beschlossen ist. „Das ist ein ökologischer Ausgleich für den Ausbau der Kreisstraße zwischen Maichingen und Döffingen“, erklärt er. Tatsächlich hat der Kreistag diese weiter südlich gelegene Tangente umgebaut – und im Gegenzug beschlossen, die K 1006 „zurückzubauen“, wie es im Beamtendeutsch heißt. Konkret wäre geplant, sie auf wenigen 100 Metern so zu verengen, dass man zwar noch zum Ihinger Hof kommt, aber eben nicht mehr durchfahren kann bis Magstadt. „Das ist längst rechtskräftig, man sollte zu seinem Wort stehen“, erklärt Burckhardt.

Schon die lange Wartezeit sei falsch. Aus Magstadter Sicht müsste die Straße längst zu sein. Doch Renninger und Weil der Städter haben sich mehrfach ans Landratsamt gewandt – und sind dort möglicherweise auf offene Ohren gestoßen. Noch Mitte Dezember gab es ein großes Gipfeltreffen mit Vertretern aller Kommunen, dem Landratsamt und sogar dem Regierungspräsidium. Danach war man sich immerhin einig, dass man sich nicht einig ist.

Nun bekommt das Thema eine neue Brisanz. Und das liegt an Plänen in Magstadt, eine Tankstelle an der Kreuzung zwischen der K 1006 vom Ihinger Hof und der Bundesstraße B 464 zu errichten. „Das wäre ein idealer Standort“, erklärt Rudi Franko, Vize-Bürgermeister und SPD-Fraktionschef. Geplant wäre, die Einfahrt zum weiter südlich gelegenen NSN-Steinbruch zu nutzen. Allerdings hat man das so geplant, dass die Zufahrt mitten über die umstrittene Straße K 1006 gehen soll – die ja aus Magstadter Sicht ohnehin gesperrt werden soll.

Magstadt fühlt sich verschaukelt

Dagegen erhebt nun das Landratsamt allerdings Einspruch. Zumindest ein wenig. „Wir stehen zu dem Beschluss, die Straße zu schließen“, erklärt Dusan Minic, der Sprecher der Kreisbehörde. Allerdings erst, wenn der Lückenschluss fertig sei: „Das erhöht auch den Druck auf die Landespolitik, hier schnell zu einer Lösung zu kommen.“ Diesen Druck auf den Verkehrsminister übt man schon länger aus – nun mit einem weiteren Instrument. In Magstadt allerdings fühlt man sich verschaukelt: „Das kann ja noch fünf, zehn oder 30 Jahre dauern“, meint der SPD-Rat Rudolf Franko, „man nimmt uns als Geisel.“

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