Einer der diesjährigen Höhepunkte: Tony Foto: factum/Archiv

Eine positive Bilanz der diesjährigen Saison in der Malmsheimer Martinuskirche zieht der Renninger Pfarrer Franz Pitzal. Mit dem Krippenopfer wird ein Kindergarten in Togo gebaut und ein Schulhaus in Kamerun unterstützt.

Renningen - Man kennt sie gar nicht mehr wieder“, sagt der Renninger Pfarrer Franz Pitzal und meint damit seine Kirche in Malmsheim. Die Martinuskirche sieht von innen nun wieder aus wie eine ganz normale katholische Kirche. Es ist kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Wochen hier eine der größten Weihnachtskrippen des Landes aufgebaut war und Tausende Besucher angezogen hat.

Am 3. Februar ist die 33. Renninger Krippensaison nach sieben Wochen mit einer großen Feier zu Ende gegangen. „Wir haben nichts zu bemängeln“, zieht Pfarrer Pitzal eine durchweg positive Bilanz. „Die Besucherzahl war in etwa gleich wie im letzten Jahr“, schätzt er. Gut 40 000 Menschen seien es gewesen. Wie auch immer die Krippenbesucher nach Malmsheim kamen – alleine, mit der Familie oder in großen Reisegruppen mit Omnibussen – die Martinuskirche wurde in diesem Krippenjahr wieder zu einem ökumenischen Ort der Begegnung.

Auch Pfarrer Pitzal kann über viele nette Kontakte aus seinen 150 Krippenführungen berichten. Besonders gestaunt hätten die Leute darüber, wie viel man auf der kleinen Fläche aufbauen und zeigen könne, sagt der Priester. Auf 80 Metern Länge und mit einer Breite von 80 Zentimetern hatten er und sein Team die Krippenlandschaft mit zum Teil metergroßen Gebäuden aus Pappe, Styropor und Farbe aufgebaut. „An einem starken Tag war alles wieder abgebaut“, berichtet Pitzal, dessen Aufgabe es war, die handgearbeiteten Krippenfiguren einzusammeln und ins Renninger Krippenmuseum zu bringen. Berühmt ist die Renninger Krippe aber nicht nur aufgrund der faszinierenden Darstellungen, sondern auch wegen des Rahmenprogramms. 23 Redner aus Politik und Gesellschaft, 15 Pfarrer verschiedener Kirchen, 28 Gesangs- und Musikgruppen und 20 andere Gruppen, wie die Landfrauen und die Feuerwehr waren der Einladung von Pfarrer Franz Pitzal gefolgt. Sie alle kamen zur Krippe und sprachen zu den Menschen oder musizierten.

„Wenn Tony Marshall kommt, dann ist natürlich immer viel los“, sagt Pitzal, auf die besonderen Höhepunkte der Saison angesprochen. Mindestens genauso voll sei die Kirche gewesen, als die Aurelius Sängerknaben aus Hirsau an der Krippe gesungen hätten. „Der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel ist schon fast ein Stammgast“, sagt Pitzal, und auch die Frau des aktuellen Ministerpräsidenten Gerlinde Kretschmann sei gut angekommen. Besonders bewegt habe ihn die Ansprache des ZDF-Chefredakteurs Peter Frey. „Ich habe circa 2000 Bücher zur Krippe signiert“, sagt Pitzal erfreut darüber, dass auf diesem Wege noch mehr in die Spendenkasse kam. Die aufwendig gestalteten Bücher wurden ebenso verkauft wie Flyer und DVDs. „Wir hoffen, dass wir mehr als 40 000 Euro zusammenbekommen haben“, sagt der Pfarrer mit Blick auf die Erlöse und freiwilligen Spenden, die noch nicht ganz zusammengezählt sind. Mit dem Geld soll ein Kindergarten in Afagnan im afrikanischen Togo neu gebaut werden. Im Rahmen einer zweiten Hilfsaktion wird zudem der Wiederaufbau einer abgebrannten Schule in Kamerun mit 10 000 Euro unterstützt.

„Das hätte ich nie gedacht, als ich als kleiner Bub meine erste Krippe aufgebaut habe“, resümiert Franz Pitzal die vergangenen Jahre. „Es können Kinder wie auch Professoren die Krippe anschauen, jeder hat etwas davon“, sagt er über die dargestellten aktuellen oder zeitgeschichtlichen Themen. Dieses Jahr waren es die zehn Gebote, die Werte sowie die Papstreisen.

Mit welchen Themen sich die kommende Krippensaison auseinandersetzen wird, das wissen die Renninger Krippenbauer noch nicht. „Spätestens nach den Sommerferien sollten wir ein Thema haben“, sagt der bodenständige Pfarrer lachend und fügt noch an: „Es wird nach 33 Jahren immer schwerer, neue Themen zu finden.“

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