Schnelles Internet für Renningen? Foto: dpa

Dass Breitbandinternet ein wichtiger Standortfaktor ist, hat der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt schon lange erkannt. Daher ist die Frage aufgekommen, ob das neue Bosch-Entwicklungszentrum schnelles Internet für Malmsheim bringt.

Renningen - Dass Breitbandinternet anno 2012 ein wichtiger Standortfaktor ist, das hat der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt in der Vergangenheit bereits betont. Und auch der Gemeinderat der Rankbachstadt weiß um die Bedeutung schneller Datenströme. Seit Jahren wollen die Kommunalpolitiker und die Verwaltung deswegen die Internet-Anbindung des Teilorts Malmsheim verbessern.

In den vergangenen Monaten ist daher die naheliegende Frage aufgekommen, ob sich nicht der Bau des Bosch-Entwicklungszentrums positiv auf die Internetversorgung in Malmsheim auswirken könnte. Schließlich muss der weltweit größte Automobilzulieferer ja ohnehin eigene Standleitungen verlegen und dafür entsprechende Gräben ausheben.

Grundsätzlich sei man aufgeschlossen, was eine Kooperation angeht, sagte der Bosch-Pressesprecher René Ziegler nun auf Nachfrage unserer Zeitung. „Für uns sind natürlich eigene Leitungen essenziell, wir benötigen unsere Bandbreite selbst.“

Bosch ist aufgeschlossen für eine Kooperation

Allerdings sei es prinzipiell möglich, dass Bosch und die Stadt bei Erdbauarbeiten gemeinsam Leitungen verlegten, sich so eine Trasse teilten. „Damit wäre ja schon einiges gespart“, so der Bosch-Sprecher weiter. „Wir haben uns mittlerweile für einen Anbieter entschieden. Bis diese Arbeiten stattfinden, wird allerdings noch einige Zeit vergehen“, schließt Ziegler.

Indes: auch wenn Bosch sehr kooperationsbereit ist, so ist eher unwahrscheinlich, dass Renningen technisch gesehen beim Thema Internet in Malmsheim überhaupt von einer solchen Kooperation profitieren würde. Der Renninger Bauamtsleiter Christoph Dustmann erklärt: „Unser Problem sind nicht die schnellen und großen Datenleitungen – die gibt es für die Stadt in ausreichender Dimension, beispielsweise entlang der S-Bahn-Linie.“ Schwierig sei es eher, die schnellen Verbindungen in die Gebäude zu bekommen.

Es gibt in Malmsheim eine Anzahl Firmen und Privathaushalte, die dank der Kabel BW sehr schnelle Verbindungen nutzen können – ungefähr die Hälfte der Häuser ist auf diese Weise versorgt. Doch bei den übrigen Malmsheimern quälen sich die Daten teilweise mit weniger als einem MBit durch alte Telefonleitungen. „Wir müssen die einzelnen Straßen und teilweise auch die Zugänge zu den Häusern mit zeitgemäßen Leitungen versorgen,“, erklärt Dustmann. Da gebe es Nachholbedarf.

Verbesserung in kleinen Schritten

Renningen setzt daher auf die Verbesserung der Malmsheimer Breitband- Versorgung in kleinen Schritten. Wie die Verwaltung dem Gemeinderat bereits mitteilte, solle bei Straßensanierungen den Internetversorgern regelmäßig das Angebot unterbreitet werden, Kabel oder doch zumindest Leerrohre zu verlegen. „Das passiert beispielsweise zurzeit in der Kasernenstraße und der Silcherstraße“, so Dustmann. Außerdem sollen sogenannte „DSLAMs“ aufgestellt werden. Das sind im Prinzip Vermittlerstellen, Knotenpunkte für schnelles Internet. „Da gibt es mittlerweile in Malms­heim auch einige“, so Dustmann.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: