Durch die Unterführung im Süden soll schon bald der Verkehr rollen. Foto: factum/Bach

Der Ausbau der neuen S 60 geht voran. Bis zum Jahresende sollen die Trassen im Norden und im Süden der Stadt fertig gestellt werden. Auch beim Bau der neuen Bahnunterführungen ist ein baldiges Ende absehbar.

Renningen - Vom kommenden Dezember an sollen die neue S-Bahnen der Linie 60 zwischen Böblingen und Renningen über die Gleise rollen. Dort, wo künftig die Züge fahren sollen, klaffen derzeit aber noch Baustellen. Die Bahn hat angekündigt, bereits einige Wochen vor dem eigentlichen Fahrplanwechsel fertig zu werden, um genügend Zeit für ihren Probebetrieb zu haben. Ob es tatsächlich so kommen wird? Der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt ist gespannt. „Eines muss bis Dezember allerdings unbedingt fertig werden“, sagt der Schultes, „die neue Fußgängerunterführung am Bahnhof.“

Die Bauarbeiten an dem rund sechs Meter breiten Durchgang mit großzügigen und barrierefreien Rampen, Treppen und einem Aufzug laufen auf Hochtouren. „Das ist ein wichtiger Punkt im Konzept“, erläutert Faißt. Denn durch diese Unterführung gelangten die Menschen künftig von der Industriestraße und von der Alten Bahnhofstraße aus an die neuen Gleise.

Um dieses Projekt, bei der die Stadt Renningen Bauherr ist, hat es im Herbst vergangenen Jahres Diskussionen gegeben. Damals hat die Bahn angekündigt, die Unterführung erst dann bauen zu wollen, wenn die S 60 bereits fährt. Für den Bürgermeister ein Unding. „Es kann doch nicht sein, dass man sich nicht dafür interessiert, wie die Leute an die S-Bahn kommen“, schimpfte Faißt damals. Außerdem hätte es einen großen, durchaus auch finanziellen Aufwand für die Stadt bedeutet, erst nach Ende der Bauarbeiten die Unterführung anzulegen. Er setzte schließlich die mehr als zwei Millionen Euro teure Durchgangs durch.

Bleibt allerdings noch das Problem mit den Parkmöglichkeiten. Rund 200 Park-and-Ride-Plätze und etwa 64 Abstellständer für Fahrräder möchte die Stadt in der Industriestraße entlang der Bahngleise anlegen. Weil dort aber noch die Baustelleneinrichtung der Bahn steht, kann die Stadt frühestens im Frühjahr 2013 beginnen, die unmittelbar angrenzenden Parkplätze für die Pendler einzurichten.

Auch im Süden der Rankbachstadt wird noch kräftig gebaut. Laut dem Renninger Bauamtsleiter Christof Dustmann soll die große Unterführung an der südlichen Ortseinfahrt bis September, spätestens aber im Oktober fertig gestellt sein. „Das ist auch dringend notwendig“, erklärt Dustmann. Denn von Süden her sei die Einfahrt in die Innenstadt derzeit nur über Magstadt möglich. Die neue Verbindung ist eine Straße der Gemeinde und läuft unter der Bahntrasse durch. Sie soll die beiden Bahnübergänge an der Weil-der-Städter- und an der Malmsheimer Straße ersetzen, die wegen des S-Bahnausbaus beseitigt wurden.

„Die 15 Meter lange Unterführung und weitere Arbeiten wie die Verlegung der Kreisstraße in Richtung Malmsheim kostet die Stadt zwischen dreieinhalb und vier Millionen Euro“, sagt der Finanzverwalter Peter Müller. Das ist ein Drittel der Kosten, den Rest tragen die Bahn und der Bund. Für ihren Anteil kann die Rankbachstadt allerdings noch auf Fördermittel hoffen.

Weitestgehend fertig ist die neue S-Bahnhaltestelle „Südbahnhof“. Der Bürgermeister ist mit dem Ergebnis zufrieden. Für einen ausladenden Treppenaufgang von der Unterführung hoch zur Weil-der- Städter-Straße hat die Stadt noch einmal Geld drauf gelegt. „Alles andere wäre die falsche Botschaft gewesen“, sagt Faißt. Den Bürgern gefalle es, Fußgänger und Radfahrer nutzten die neue Unterführung bereits, die im Übrigen auch für Rollstuhlfahrer geeignet sei. Auf der Seite des Einkaufszentrums sollen bis September zusätzlich noch Bike-and-Ride-Plätze entstehen.

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