Spatenstich mit Bürgermeister Wolfgang Faißt (Mitte). Foto: factum/Bach

Wenn alles glatt läuft, der „best case“, wie der Bürgermeister Wolfgang Faißt das nennt, könnte die neue Krippe in etwa einem Jahr ihre Pforten öffnen – irgendwann im Frühjahr 2014. Auch für das Wohngebiet Schnallenäcker sieht es gut aus.

Renningen - Eigentlich ist es das schon der „zweite Spatenstich“, scherzt der Renningen Bürgermeister an diesem kühlen Montagnachmittag. Denn schon einige Minuten zuvor sind Kleinkinder über das Areal an der Nelkenstraße getobt, haben mit ihren knallbunten Plastikschaufeln herzhaft Erde und Sand umgegraben. Dennoch verzichtet Faißt natürlich nicht auf den hochoffiziellen Akt. Er treibt gemeinsam mit weiteren Vertretern der Stadt, des Gemeinderates und des Architekturbüros Waldmann & Partner die Spaten in den Boden. Und damit ist es offiziell: Der Bau an der neuen Kinderkrippe Schnallenäcker hat jetzt begonnen.

Wenn alles glatt läuft, der „best case“, wie Faißt das nennt, könnte die neue Krippe in etwa einem Jahr ihre Pforten öffnen – irgendwann im Frühjahr 2014. Das Gebäude wird direkt neben dem bestehenden Kindergarten Schnallenäcker Platz für sechs Kleinkind-Gruppen bieten, also für bis zu 60 unter Dreijährige. Rund 3,5 Millionen investiert die Stadt, einen Teil dieser Kosten schießt der Bund zu. Zwei Geschosse, sehr hell – der Kleinkinder-Standort Schnallenäcker wird baulich der Krippe in der Rankbachstraße ähnlich, die schon 2010 ihren Betrieb aufnahm. Die neue Krippe wird ein Pultdach mit Gras und Pflanzen sowie Solarzellen erhalten, eine Luft-Wärme-Pumpe soll die Räume heizen. Die Nutzfläche: mehr als 1300 Quadratmeter.

Auch ohne den Neubau würde Renningen indes die vom Bund vorgeschlagenen Quoten bei der Kleinkindbetreuung erfüllen können. Für rund 35 Prozent der unter Dreijährigen kann die Stadt bereits vom Stichtag 1. August an Plätze bereit stellen. Hochrechnungen haben zudem ergeben, dass das zumindest kurzfristig auch ausreichen dürfte, heißt es aus dem Rathaus. Doch Faißt macht klar, dass Renningen im Ballungsraum liegt, dass die Stadt weiter wachsen wird – und der Bedarf damit noch ansteigen dürfte. „Die neue Krippe steht ja auch in Zusammenhang mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Firma Bosch“, sagt der Bürgermeister in seiner Ansprache.

Das Unternehmen, das in Sichtweite der neuen Krippe fleißig baut, lege Wert drauf, dass die Kinder der Mitarbeiter in städtischen Einrichtungen untergebracht werden können. Und dass ihre Eltern in der Nähe leben können, am besten im Wohnbaugebiet Schnallenäcker II. Dieses Areal soll in nicht allzuferner Zukunft auf den Wiesen und Äckern im Nordosten von Malmsheim Platz für Hunderte Familien bieten. 14,4 Hektar sind geplant.

Perspektive für neues Wohngebiet?

Wann und wie das Wohngebiet kommt, ist allerdings noch nicht ganz klar. Wie berichtet hatte sich noch im Herbst der Eigentümer eines zentralen Grundstücks dagegen gesträubt, seinen Acker zu verkaufen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, sagt Faißt. Eine Lösung zeichne sich eventuell ab – mehr könne er aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

Eine Lösung muss die Stadt auch noch für ein anderes Problem finden, das wiederum direkt mit der Kinderkrippe zusammenhängt: Der Markt für Erzieherinnen und Erzieher sei wie leer gefegt, sagt Faißt. Er wünsche sich, dass der Bund nicht nur Gesetze und Quoten für die Kleinkindbetreuung festlege, sondern auch dabei helfe, dass genügend Personal bereit stehe . „Wir als Stadt sind nun selbst aktiv geworden“, sagt Faißt. „Wir haben unsere Ausbildungskapazität für die Krippen verdreifacht.“

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