Rektor Kicherer mit Stellvertreterin Melanie Diehm vor dem neuen Gebäude. Foto: factum/Bach

Allmählich lässt sich erahnen, wie die neue Mediathek an der Jahnstraße und das Schulhaus auf dem Gelände Friedrich-Schiller-Schule (FSS) gegenüber der Mensa einmal aussehen könnten. Auf den Baugerüsten herrscht ordentlich Betrieb.

Renningen - Allmählich lässt sich erahnen, wie die neue Mediathek an der Jahnstraße und das Schulhaus auf dem Gelände Friedrich-Schiller-Schule (FSS) gegenüber der Mensa einmal aussehen könnten. Auf den Baugerüsten herrscht ordentlich Betrieb. Die Bauarbeiter verputzen die Gebäude außen, drinnen ist bereits der Es­trich verlegt. Es läuft alles nach Plan, die Baufirma liegt gut in der Zeit.

Im neuen Schuljahr startet hier der Unterricht. Es gibt Platz für 13 Klassenzimmer sowie mehrere Gruppen- und Besprechungsräume. Und auch die städtische Musikschule wird hier untergebracht. Gerhard Kicherer scharrt schon ein bisschen mit den Hufen. Der Rektor der Renninger Grund- und Werkrealschule würde am liebsten noch vor den Sommerferien in das neue Schulgebäude einziehen. Doch das werde vermutlich nicht funktionieren, der Zeitplan sei jetzt schon engmaschig. „Aber wünschen darf man sich das ja“, sagt Gerhard Kicherer und lächelt bescheiden.

Es fehlen neun Klassenzimmer

Er ist froh, wenn das Mammutprojekt der Stadt im nächsten Sommer endlich fertig ist. Und alle wieder genügend Platz haben. Denn damit während der zweijährigen Bauzeit der Unterricht wie gewohnt über die Bühne gehen kann, mussten Lehrer und Schüler enger zusammenrücken. Seit dem Abriss der alten Pavillons fehlen neun Klassenzimmer. „Acht konnten wir ersetzen“, sagt Gerhard Kicherer. Zwei Klassen sind in die Gruppenräume in der Mensa des Schulzentrums gezogen, einige Fachräume wurden zu Klassenzimmern umfunktioniert. Zudem hat die Stadt Container mit zwei Klassenzimmern und einem Gruppenraum angemietet und auf dem Schulgelände aufgestellt. „Das funktioniert alles für eine gewisse Zeit“, erklärt der Rektor.

Sobald das neue Schulhaus fertig ist, beginnt auf dem Gelände der Schiller-Schule das große Stühlerücken. Dann ziehen die Renninger Kinderfreunde, die früher in den alten Pavillons die Ganztagsbetreuung angeboten haben, in das Untergeschoss des Schulgebäudes in der Poststraße um. Auch in der Mensa ist dann wieder mehr Platz. Denn nicht nur die Schiller-Schüler machen Räume frei. Auch die Schulsozialarbeit, die bislang in der Mensa ihr Büro hatte, zieht rüber in das neue Gebäude.

In der benachbarten Realschule werden ebenfalls Räume frei, denn die Stadtbibliothek zieht dort aus. Die Leiterin Barbara Schäfer und ihr Team haben in der neuen Mediathek an der Jahnstraße künftig mehr als 1000 Quadratmeter Platz für Bücher, DVDs, Hörspiele, Konsolenspiele und vieles mehr. Schäfer freut sich, denn mittlerweile ist es in den Räumen neben dem Archäologischen Museum ziemlich eng geworden. „Im neuen Gebäude können wir unser Angebot dann noch aufstocken und uns so richtig ausbreiten“, sagt sie.

Ein neuer Ort der Begegnung

Die neue Mediathek soll aber nicht nur ein Ort werden, an dem man sich mal eben schnell ein Buch oder ein Hörspiel ausleiht und dann wieder geht. Die Menschen sollen sich hier begegnen und ruhig auch verweilen, erklärt Barbara Schäfer. Ebenfalls geplant ist ein sogenannter Lesegarten zwischen der Mediathek und dem neuen Schulgebäude. „Und wir hoffen, dass die Renninger das alles mit Beschlag belegen.“

Auch Renningens Bürgermeister Wolfgang Faißt sieht dem Ende der Bauzeit und der Eröffnung von Schulhaus und Mediathek gespannt entgegen. Sage und schreibe 10 Millionen Euro kostet dieses Mammutprojekt seine Stadt. Gut investiertes Geld. „Aber dafür müssen wir an anderer Stelle etwas langsamer machen“, erklärt Faißt. Und das eine oder andere angedachte Projekt nach hinten verschieben.

„Wir müssen Prioritäten setzen und können nur so investieren, wie wir es uns leisten können“, sagt der Bürgermeister ganz klar. Denn die Stadt muss in den nächsten Jahren kürzer treten. Als nächstes steht der Umbau von Bürgerhaus und Feuerwehrhaus auf dem Plan. Und dann wären da noch der Kunstrasenplatz auf dem Sparnsberg, eine neue Sporthalle und das neue Kulturzentrum mit Archäologischem Museum in der Mühlgasse 6.

Wann welches Projekt angegangen werden soll – der Bürgermeister kann es derzeit nicht sagen. „Darüber werden wir bei den anstehenden Haushaltsberatungen zu diskutieren haben “, so Faißt. Und so manches werde wohl auf die Zeit nach 2019 verschoben werden müssen. „Es bleibt aber alles auf der Agenda“, verspricht der Bürgermeister. Er freut sich, wenn endlich die Mediathek eröffnet wird. Und zwar mit einem Festakt am 15. Oktober 2016.

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