Bosch-Feuerwehr Foto: Bosch

Im künftigen Forschungs- und Entwicklungszentrum wird so mancher gefährliche Werkstoff im Einsatz sein. Der Konzern will daher eigene Brandbekämpfer einsetzen – die wiederum mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammenarbeiten sollen.

Renningen - Bosch will auf dem Areal des künftigen Forschungs- und Entwicklungszentrums bei Malmsheim eine Werkfeuerwehr ansiedeln. Das bestätigte der Unternehmenssprecher René Ziegler nun auf Nachfrage unserer Zeitung. „Formal ist dieser Schritt zwar noch nicht beschlossen, es gibt aber viele gute Gründe, die dafür sprechen.Eine Werkfeuerwehr ist wichtig, um die Sicherheit auf dem Gelände und in den Gebäuden zu gewährleisten.“ Allerdings müssten noch zahlreiche Details mit der Stadt besprochen werden“, ergänzte der Sprecher. „Über die Ausrüstung und die Anzahl der Mitarbeiter können wir beispielsweise noch nichts sagen.“

Der Kreisbrandmeister Guido Plischek ist ebenfalls in die Planungen involviert – zumal bei komplexeren Bauten im Kreis Pläne zum Thema Brandschutz immer über seinen Schreibtisch gehen. „Das Feuerwehrgesetz des Landes Baden-Württemberg, und hier besonders der Paragraph 19, gibt Auskunft über die Anforderungen“, erklärte Plischek. Eine Werkfeuerwehr sei im künftigen Entwicklungszentrum demnach nicht nur sinnvoll, sondern wohl unumgänglich.

Bosch wird in dem Forschungszentrum auf dem Malmsheimer Segelflugplatz seine Grundlagenforschung und Vorausentwicklung bündeln. Allein im ersten Bauabschnitt – Mitte Juni erfolgte der Spatenstich – soll ein rundes Dutzend Gebäude auf dem campusartigen Gelände entstehen. 150 Millionen Euro investiert Bosch zunächst. 2014 werden die ersten von vielen tausend Mitarbeitern einziehen.

„Es gibt natürlich ein größeres Gefahrenpotenzial als bei anderen Betrieben“, sagt Plischek. Das liege einerseits an der schieren Größe, den Dimensionen – allein das Hauptgebäude wird 60 Meter hoch sein, 10 000 Quadratmeter bebaut Bosch zunächst. „Außerdem wird in der Grundlagenforschung natürlich mit speziellen chemischen Stoffen und Gasen gearbeitet, die hohe Anforderung an das Können einer Feuerwehr stellen“, ergänzt der Kreisbrandmeister, der jahrelang in Berlin gearbeitet hat. „Grundlagenforschung bei Bosch ist etwas anderes als eine Kiesgrube oder ein Produktionsbetrieb für Keramik, betonte Guido Plischek weiter. Die Ausbildung und Beschäftigung von Spezialisten begrüßt und fordert er daher ausdrücklich. „Einheiten, die ortskundig sind und die Gefahrenlage genau kennen.“

Auch er als Kreisbrandmeister werde im Falle eines Unglücks die Einsatzleitung nicht einfach so an sich reißen. „Natürlich muss auch ich mich dann an die Fachkräfte halten, eng mit ihnen zusammenarbeiten“, ergänzt Plischek, der zudem lobt: „Die Werkfeuerwehren an den Bosch-Standorten, man denke an Gerlingen, haben einen hervorragenden Ruf.“

Einen ausgezeichneten Ruf hat auch die Feuerwehr in Renningen. Die freiwilligen Brandbekämpfer richten sich darauf ein, künftig eng mit der Bosch-Werkfeuerwehr zusammen zu arbeiten. „Wenn es nötig wird, rücken natürlich auch wir zum Forschungszentrum aus“, sagt der Kommandant Erhard Mohr. „Wir gehen davon aus, dass es gemeinsame Übungen und Absprachen geben wird.“ Allerdings lasse man das nun auf sich zukommen. „Das muss wachsen“ (Mohr).

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