Die Erweiterung von Malmsheim aus in Richtung Renningen ist ins Stocken geraten: Ein Grundstückseigentümer ist nicht verkaufsbereit. Foto: factum/Weise

Ein Grundstückseigentümer blockiert den Verkauf seiner Scholle: Die Erschließungsarbeiten für das künftige Wohngebiet bei Malmsheim können daher voraussichtlich erst im Mai 2013 beginnen.

Renningen - Aufmerksame Beobachter haben es schon zwischen den Zeilen lesen können. Und zwar im Nachtragshaushalt, den der Erste Renninger Beigeordnete Peter Müller unlängst vorgestellt hat: Die Erschließung des Wohnbaugebietes Schnallenäcker II in Stadtteil Malmsheim verzögert sich, und zwar voraussichtlich um etwa ein Jahr.

„Deswegen haben wir acht Millionen Euro, die ursprünglich für das laufende Jahr an Ausgaben eingeplant waren, in den Haushalt für 2013 übertragen“, bestätigt Peter Müller nun noch einmal auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wollen mit dem Straßenbau und den anderen Erschließungsarbeiten im Schnallenäcker II im Mai 2013 beginnen“, ergänzt er, schränkt aber ein: „Das klappt nur, wenn wir im Winter ausschreiben können und auch sonst nun alles wie geplant läuft.“ Der Grund für die Verzögerung sind Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer, die sich noch immer hinziehen. Es geht dabei um ein zentrales, etwa 2500 Quadratmeter großes Gebiet im Zentrum des Baugebietes Schnallenäcker II. Einer der dortigen Eigentümer ist sich mit der Stadt noch nicht handelseinig geworden. In Fragen der Vertragsausgestaltung gab und gibt es noch Diskussionsbedarf. „Das ist nicht ungewöhnlich, immerhin reden wir von 100 Grundstücken und 129 Besitzern“, ergänzt Peter Müller.„Aber wir sind mittlerweile auch bezüglich des letzten Grundstücks in guten Gesprächen“, ist er sicher. „Wir sind zuversichtlich, dass sich bald eine Lösung findet und alle Grundbesitzer mit im Boot sind“, ergänzt der Erste Beigeordnete. Der Bürgermeister Wolfgang Faißt selbst habe sich zuletzt in die Gespräche eingeschaltet.

Klar sei übrigens, so Müller, dass für alle Grundstücksbesitzer die gleichen Bedingungen und Konditionen gelten würden. „Alle Verträge sind gleich ausgestaltet“, sagt er. Der Renninger Gemeinderat hatte schon 2010 beschlossen, dass die so genannte Baulandumlegung im Gebiet Schnallenäcker II freiwillig erfolgen muss. Das heißt: die privaten Grundstücksbesitzer müssen allesamt mitziehen, mit der Erschließung einverstanden sein. Wer kein Geld für die entsprechenden Abgaben hat, kann sein Grundstück auch an die Stadt verkaufen – die Mittel dafür sind in den acht Millionen Euro enthalten, die nun im Haushalt 2013 stehen. Wer will, darf sein Bauland nach der Erschließung aber auch selbst verkaufen oder gar eigens ein Häuschen darauf stellen. Das Wohnbaugebiet Schnallenäcker II wird auf rund 14,4 Hektar Platz bieten für 440 Wohneinheiten – damit entsteht eines der größten Wohnbaugebiete im Landkreis.

Schnallenäcker II schließt dabei direkt an das schon bestehende Malmsheimer Neubaugebiet an. Für die Zukunft sind auch noch die Schnallenäcker „III“ und „IV“ angedacht – die vier Gebiete werden um einen Stadtteilpark herum gruppiert. Die neuen Bauplätze werden nicht zuletzt mit Blick auf die Ansiedlung des Bosch-Entwicklungszentrums geschaffen. Mehrere tausend Ingenieure und Wissenschaftler werden künftig in dem Entwicklungs- und Grundlagenforschungszentrum auf dem Malmsheimer Flugplatz arbeiten und das Bosch-Know-how vernetzen – viele von ihnen benötigen Wohnraum für sich und ihre Familien.„Zurzeit steht nur noch ein einziges städtisches Grundstück zum Verkauf, im Gebiet Pfarrtor“, sagt Peter Müller.

„Unser Wunsch ist es daher natürlich, wieder so schnell wie möglich mehr anbieten zu können.“ Die Schnallenäcker-Verzögerung sei aber nicht so schlimm, zumal die Bosch-Bauten selbst Stand jetzt etwa ein halbes Jahr später fertig werden. Übrigens: rund 450 Euro soll der Quadratmeter im Schnallenäcker II dann kosten. So ist der Plan der Verwaltung, und auch der Gemeinderat signalisiert, dass der städtische Baugrund nicht teurer werden soll. „Natürlich können wir nicht für die Privatverkäufer sprechen“, sagt Müller. „Aber wir als Stadt wollen Bauplätze im Schnallenäcker für junge Familien erschwinglich halten.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: