Der urige Leitvogel leistet der Gartenschaubiene Remsi in Urbach Gesellschaft. Foto: Gottfried Stoppel

Die Kommune setzt für die Remstal-Gartenschau auf Naturerlebnis im Wald, Skulpturen in der Mitte und auf ihren neuen Turm im Süden.

Gartenschau - Es geht voran in Urbach. Die Remstal-Gartenschau wirft auch in der kleinen Gemeinde mit 8900 Einwohnern ihre Schatten voraus. Und nicht nur die bunten Leitvögel, die ihre holzigen Hälse in der gesamten Kommune in die Höhe recken, zeugen davon: Vor dem Rathaus fehlt ein Gebäude, im Wald sind die Bauarbeiter tätig und überall tauchen Schilder für Wander- oder Radwege auf.

Ein Turm als neues Ausflugsziel

Auch die Urbacher Architektur-Station – ein weithin sichtbarer Turm aus Sperrholz – hat die nächste Klippe überwunden: „Wir sind froh, dass die Baugenehmigung jetzt da ist“, sagt Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Auf der Anhöhe zwischen dem Hegnauhof und der Sammel-Kläranlage können demnächst die Bauarbeiten für die über zwölf Meter hohe Landmarke beginnen. Das Schöne für Fehrlen: „Wir können im vorgegebenen Kostenrahmen von rund 70 000 Euro bauen.“ Ursprünglich war vorgesehen, den Turm, der von den Architekten Menges/Knippers aus Stuttgart entworfen wurde, auf dem Gänsberg zu bauen. Doch dort gab es Probleme mit dem Landschaftsschutz. „Nun bekommen wir ein ganz neues Ausflugsziel in der Nähe des Remstal-Radwegs“, sagt Fehrlen.

Auf der anderen Seite von Urbach, mitten im Wald und weit weg von der Rems, liegt der eigentliche Schwerpunkt der Aktivitäten zur Gartenschau in Urbach: Passend zum Perlenthema „Wald und Natur“ entstehen derzeit dort einige neue Anziehungspunkte – mit einem bestimmten Ziel: „Wir wollen das Highlight für Familien werden“, sagt Barbara Troßbach, Projektmanagerin für die Gartenschau in Urbach.

So wird gerade ein Waldspiel- und Grillplatz gebaut. Es soll einen mehr als zwei Kilometer langen Walderlebnispfad für Kinder geben. Thema sind Waldtiere – insbesondere auch ein Bär, zu dem es übrigens eine Holzfigur zum Kaufen geben soll. Der Bergrutsch-Rundweg mit zwei Aussichtspunkten wird aufgehübscht – und auch für Sportler soll es etwas Neues geben: Mountainbiker bekommen eine 14 Kilometer lange Rundstrecke mit 223 Höhenmetern. Dazu wird gerade ein sogenannter Flowtrail gebaut. Statt dem bei einem Bürgerentscheid abgelehnten Waldhaus wird es nun einen Bauwagen mit einem wald- und naturpädagogischen Angebot geben.

Streit ums Waldhaus hat Spuren hinterlassen

„Der Streit um das Waldhaus hat die Bürgerschaft sehr entzweit“, sagt Fehrlen. Autos seien zerkratzt, Menschen verbal angegriffen worden. „Es stand Rationalität gegen Emotionalität“, erinnert sich die Bürgermeisterin, die damals gleichzeitig mit dem Bürgerentscheid ins Amt gekommen war. Die Stimmung habe sich aber inzwischen geändert. Es gebe konstruktive Ideen – und das auch von vehementen Gegnern des Waldhauses. „Das finde ich ganz wichtig“, so Fehrlen. Bei manchen gebe es noch tiefe Wunden, die noch nicht zugeheilt seien. Doch: „Inzwischen herrscht eine gewisse Vorfreude.“

Und das auch auf die anderen Projekte, die mitten in der Kommune wachsen: wie etwa dem nachträglich hinzugekommenen Skulpturenpfad – bestückt mit Leihgaben verschiedener Künstler – und der Stuttgarter Brücke über den Bärenbach, die beide im Grünen Band – also in der Mitte Urbachs – entstehen. Urbachs Bürger interessieren sich auch für das derzeit freie Hirschareal: Im Dezember war der marode Gasthof vor dem Rathaus abgerissen worden. Gerade läuft ein Ideenwettbewerb, was mit dem freien Gelände während der Gartenschau passieren soll. Vorgeschlagen wurde bereits ein Biergarten, ein Minipark oder gar eine Bühne für Veranstaltungen.

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