OB Klopfer (rechts) begrüßt die Gäste bei der Remstal-Stallwächterparty in Schorndorf Foto: Schütte

„Das gibt ein tolles Erlebnis!“ freute sich Bundesratsminister Peter Friedrich bei der ersten Remstal-Stallwächterparty am Donnerstagabend in Schorndorf. 200 Promis tauschen Gedanken über Remstal-Gartenschau im Jahr 2019 aus.

Schorndorf - Er meinte damit nicht die Wetterturbulenzen, die wenig später die rund 200 Promis in die Flucht schlugen, sondern die interkommunale Gartenschau, die 2019 auf die 16 Städte und Gemeinden im Remstal wartet. Auch drei Landkreise und zwei Regionen sind beteiligt. Den Superlativ daran betonte Party-Gastgeber Oberbürgermeister Matthias Klopfer : „Das gibt die längste Gartenschau aller Zeiten“.

Zwischen Essingen (Remsursprung) und Remseck (Mündung in den Neckar) haben die Planungen längst begonnen. In der glücklichsten Situation ist Schwäbisch Gmünd. Die größte Stadt im Remstal hatte sich schon für die Landesgartenschau 2014 fein gemacht. Weil’s so schön war mit zwei Millionen Besuchern heißt es in wenigen Jahren auf ein Neues. Die Stallwächter-Party diente dem weiteren Kennenlernen und dem Austausch der Gedanken und Ideen. Die Veranstaltung, zu der auch viel Prominenz aus Wirtschaft, Landespolitik und sogar Sport erschienen war, fand mit großer Symbolik im historischen Fabrikareal „Das Röhm“ direkt an und auf einer alten Brücke über der Rems statt.

Mit Blick auf alte Beton-Verbauungen, in die frühere Generationen den Fluss gezwängt und kanalisiert hatten, schweiften die Gedanken auf 2019: Beschauliche Spazier- und Radwege und blühende Strandlandschaften sind vielerorts geplant. Viele Kommunen wie Plüderhausen, Waiblingen oder Gmünd haben dies schon vollzogen. Früher trennte und ärgerte die Rems die Menschen. Heute wird sie als Bindeglied für Touristik, Kultur und überregionales politisches Denken wahrgenommen. OB Matthias Klopfer lenkte den Blick seiner Gäste auch auf Projekte wie „Das Röhm“. Er stellt Schorndorf als Musterbeispiel dar, wie die Kommune oder auch private Investoren ursprünglich ungeliebte, finstere Industriebrachen in Juwele für Kultur, Gastronomie und Einzelhandel verwandeln können.

Dafür verfinsterte sich gleich nach den offiziellen Stallwächter-Ansprachen der Himmel. Punktgenau über Schorndorf. Es war geradezu unheimlich. Der in Berlin Event-erfahrene Bundesratsminister Peter Friedrich hatte gerade auch noch schwitzend die Parole ausgegeben: „Das heut’ wird die heißeste Stallwächter-Party aller Zeiten.“ Wie aus dem Nichts kamen dann Blitzschläge und orkanartige Windböen wie Faustschläge vom Himmel. Die Partygäste ließen alles stehen und liegen und flüchteten ins Innere der alten Fabrikhallen. Ausrücken musste dafür die Schorndorfer Feuerwehr. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Straßen überflutet, auch einige Dächer beschädigt.

Die Menschen in Schorndorf waren erstaunt bis schockiert. Kein Wetterfrosch hatte gewarnt oder zumindest die Möglichkeit eines Gewitters an diesem Abend vorhergesagt. Das Wetterphänomen wird als punktuelles Hitzegewitter beschrieben. Der Blitz aus heiterem Himmel. Hoffentlich kein Menetekel für die Remstal-Gartenschau 2019.

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