Die Raumskulptur Prisma wird in Schorndorf nicht nur Landschaftsmarke sein, sondern auch neue Blickwinkel bieten. Foto: Gottfried Stoppel

Alle 16 architektonische Stationen entlang des Flusses, mit denen die Landschaft für die Gartenschau 2019 inszeniert werden sollen, sind jetzt im Röhmareal zu sehen – vom Wegbrückenbau an der Quelle bis zum Badehaus an der Mündung.

Schorndorf - Soviel architektonischer Prominenz an einem Ort begegnen Sie nur einmal im Leben“, sagte Jórunn Ragnarsdottir. Anlass der Feststellung ist die Preview zur Ausstellung „16 Stationen“ im Schorndorfer Röhmareal am Wochenende. Die Stuttgarter Architektin und Professorin ist diejenige, die das Projekt der Landschaftsinszenierung mit architektonischen Mitteln als Kuratorin mitbetreut. Und sie zeichnet auch dafür verantwortlich, dass sich die Liste derer, die für jeweils einen der 16 Remsanrainer eine bauliche Visitenkarte erstellen sollen, quasi wie ein kleines who-is-who der deutschen Architektenszene liest. Und zur erstmaligen Präsentation aller Entwürfe und Konzepte sind sie alle angereist, die kreativen Köpfe der modernen Baukunst aus Berlin, München, Stuttgart, Bonn, Frankfurt oder Leipzig.

Ein Badehaus direkt an der Mündung

Im ersten Stock hinter Tor 2 im Röhmareal haben die vom quasi 80 Kilometer langen Remstäler Bauprojekt ganz begeisterten Urheber der angestrebten architektonischen Identifizierungsstätten denn auch höchst persönlich erläutert, was hinter ihren Modellen und Konzepten steckt. Das viergieblige Badehaus etwa hat sich Christoph Mäckler, Architekt aus Frankfurt, für „das besondere Spannungsverhältnis zwischen Stadt, Landschaftsraum und Wasser“ ausgedacht. Die im Wasser stehende „architektonische Intervention“ an der Landzunge zwischen Rems und Neckar betone die Verbindung zwischen Wasser und Land und diene zugleich „konkreten Funktionen als Badehaus mit Umkleidekabinen, als Besuchersteg, als Kunst- und Ausstellungsort oder auch als Pavillon und Schutzort“.

Ein Prisma ist es, das in Schorndorf als Raumskulptur eine weithin sichtbare Landmarke setzen soll. Die von unten zugängliche tetraederförmige Holzkonstruktion wird, so erläutern hierzu die ebenfalls in Frankfurt ansässigen Urheber von schneider + schumacher, zwei entgegengesetzte Bezüge zur Landschaft bieten. Der vertikalen Blickwinkel geht zum Tal und zur Schorndorfer Kirche. Der horizontale Blickwinkel orientiert sich hin zu Hang, Wald und Wanderweg. Weitere „punktuelle Glaszylinder in der Außenwand beziehen sich auf die anderen 15 Stationen der Gartenschau“ .

Bauwerk zwischen Brücke, Tor und begehbarer Mauer

Ganz hinten im Remstal, nahe der Quelle in Essingen (Ostalbkreis) ist es kein Haus, sondern ein skulpturales Bauwerk irgendwo zwischen Brücke, Tor und begehbarer Mauer, das an der Haltebucht vis-á-vis der an der Remsquelle vorbeiführenden Kreisstraße den Auftakt oder den Abschluss des Wegs entlang der 16 Remstalstationen bilden soll. Das schneeweiße „skulpturale Gegenüber“ der Remsquelle, so sagen die Achitekten von harrle  + kurrle aus Stuttgart, „steht im deutlichen Kontrast zu den dunklen Schattierungen des Ortes: dem Asphalt der Straße, dem Fels des Steinbruchs und den Bäumen des Waldes“.

Ob Rosenpavillon mit 360-Grad-Blick in Remshalden, weißes Walddach in Böbingen oder Hochzeitsturm bei Plüderhausen – er sei ganz begeistert, dass hier beim ersten interkommunalen Gartenschauprojekt dieser Art auch die Architektur Einzug halte, sagte der Regionalverbandvorsitzende Thomas Bopp bei der Ausstellungseröffnung: „Mit den 16 Stationen gelingt es, mutige und visionäre Akzente in der Landschaft zu setzen – das alles auf höchstem Niveau, topografisch wie architektonisch. Es ist ein Gewinn für das Remstal.“

Die Zukunft der Modelle

Ausstellung:
Die Präsentation „16 Stationen“ im Röhm, Tor 2, Weilerstraße 14, wird noch bis Sonntag, 14. Mai zu sehen sein. Geöffnet ist dort täglich von 12 bis 20 Uhr.

Exponate
: Die Modelle der architektonischen Landschaftsinszenierungen gehen nach Abschluss der Ausstellung im Röhmareal samt der zugehörigen Darstellungen und Erläuterungen zur Konzeption an die jeweiligen Kommunen. Diesen soll die Möglichkeit gegeben werden, die Entwürfe während der Zeit der Realisierung der Bauten vor Ort zu präsentieren. Bei der Gartenschaugesellschaft bleiben die ebenfalls ausgestellten 16 großformatigen Bilder der 16 Stationen. Sie sollen im Rahmen der Gartenschau wieder eine Ausstellung bilden – als Vergleich zum dann tatsächlich Entstandenen.

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