Der Pächter glaubt, dass das Feuer in seinem Gewächshaus gelegt worden ist. Foto: SDMG

Am frühen Morgen geht ein Gewächshaus im Rems-Murr-Kreis in Flammen auf. Die Polizei ermittelt noch zur Brandursache – der Pächter und sein Anwalt halten nun Brandstiftung für möglich.

Remshalden - Meterhohe Flammen sind am Mittwochmorgen aus dem Gewächshaus einer Gärtnerei in Remshalden geschlagen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Brand im Ortsteil Geradstetten gegen 4 Uhr morgens gemeldet. Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge am Brandort in der Straße Am Kelterwiesenbach eintrafen, stand ein großer Teil des Gewächshauses bereits in Flammen. Die Löschmänner konnten allerdings verhindern, dass das Feuer auf ein Haus übergriff, das direkt neben dem brennenden Gebäude steht.

Wegen des Großbrands waren fast 80 Feuerwehrleute und neun Fahrzeuge im Einsatz, auch ein Rettungswagen war vor Ort. Gebraucht wurde dieser jedoch nicht: Bei dem Brand wurden keine Menschen verletzt. Auch Kaninchen und Vögel, die in der Gärtnerei gehalten werden, überstanden das Feuer unbeschadet.

Der Gärtner vermutet nun Brandstiftung

Der Pächter der Gewächshäuser vermutet nun, dass der Brand absichtlich gelegt worden ist: „Von uns war zu diesem Zeitpunkt niemand da. Ein Anwohner hat mich angerufen und mir gesagt, dass er Glas klirren gehört habe und es jetzt brenne“, sagte er. Hendrik Leibfritz, der Anwalt des Pächters, spricht – etwas vorsichtiger – von „Auffälligkeiten“. Ob es sich tatsächlich um Brandstiftung handle, müsse die Polizei herausfinden.

Jedoch: Sein Mandant liege seit Jahren im Streit mit einem Mann aus Remshalden. Es habe Sachbeschädigungen und „Repressalien“ gegeben, sein Mandant habe deswegen einen Security-Dienst einschalten müssen. Überwachungskameras, die sein Mandant installiert habe, seien manipuliert und beschädigt worden.

Einer der Sicherheitsmänner sei vor einiger Zeit sogar mit einer Eisenstange angegriffen worden. „Der Mann ist deswegen zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt worden“, berichtet Leibfritz. Sein Mandant sei im Übrigen nicht der Einzige, mit dem der Mann im Streit liege.

Polizei bestätigt: Es gab schon Einsätze wegen des Streits

„Das können wir weder bestätigen noch dementieren“, sagte ein Polizeisprecher zum Vorwurf der Brandstiftung. Polizeieinsätze wegen Streitigkeiten habe es dort in der Vergangenheit allerdings tatsächlich gegeben. „Die Kriminaltechniker sind derzeit an der Brandstelle und versuchen, Spuren zu sichern“, so der Sprecher am Mittwochmittag.

Wie viel Schaden das Feuer angerichtet hat, ist noch unklar. In dem betroffenen Gewächshaus waren unter anderem Dekoartikel, Gärtnereizubehör, Kunststoffkisten und Heu als Futter für die Tiere der Gärtnerei gelagert worden.

Der Großbrand ruft Erinnerungen an ein Feuer im September 2015 wach: Damals haben im Gewächshaus einer Gärtnerei in Waiblingen-Beinstein tausend Strohballen gebrannt. Wie sich bald herausstellte, handelte es sich um Brandstiftung. Der Täter, ein psychisch kranker 45-Jähriger, wurde wenige Monate später vom Landgericht Stuttgart in eine Psychiatrie eingewiesen.

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