Abgeordnete aus fünf Wahlkreisen wollen unter anderem wissen, warum die Anfangsschwierigkeiten beim Übergang zu Betreiber Go-Ahead noch immer nicht beseitigt sind. Foto: /Gottfried Stoppel

In einer Landtagsanfrage fordern sechs CDU-Abgeordnete vom Verkehrsminister Klartext über die endlosen Probleme auf Rems- und Murrbahn und mahnen Lösungen an.

Nahverkehr - Was war da los am Montag auf der Strecke zwischen Winnenden und Stuttgart? Mit dieser Frage muss sich nun die Landesregierung beschäftigen. Denn diese ist ganz konkret in einer Kleinen Landtagsanfrage aufgeworfen, die sämtliche sechs CDU-Abgeordnete der Wahlkreise im Rems-Murr-Kreis, in Aalen und Schwäbisch Gmünd gemeinsam gestellt haben.

„Die Regionalbahn heute Morgen um 7.43 Uhr war nur ein Kurzzug und dementsprechend komplett überfüllt. Wenn Ministerpräsident Kretschmann sich schon in einer S-Klasse wie in einer Sardinendose fühlt, dann kann er gerne auch mal hier zusteigen. Und das Ganze mit Kinderwagen . . .“, hatte Siegfried Lorek dazu in einem Facebook-Beitrag samt stocksaurem Emoticon gewütet. „Es ist wirklich erbärmlich, wie Verkehrsminister Winfried Hermann, der Deutsche Bahn Konzern sowie Go-Ahead Baden-Württemberg im dilettantischen Zusammenwirken verhindern, dass der ÖPNV attraktiver wird. Ich werde hierzu morgen eine entsprechende Landtagsanfrage einbringen. So geht es echt nicht weiter!“

Was war mit dem Regionalexpress am Montag?

Vergleichsweise sachlich ist dann die offizielle Anfragen-Frage Nummer eins in der offiziellen Kleinen Landtagsanfrage formuliert: „Mit welcher Kapazität verkehrte der Regionalexpress RE 19956 am 25. November 2019 mit Abfahrt 7.43 Uhr von Winnenden nach Stuttgart, und wie stellte sich die Auslastung dar?“

Zehn Fragen sind es insgesamt, die Lorek (Wahlkreis Waiblingen), Arnulf Freiherr von Eyb (Hohenlohe), Wilfried Klenk (Backnang), Winfried Mack (Aalen), Claus Paal (Schorndorf) und Stefan Scheffold (Schwäbisch Gmünd) formuliert haben. Dabei geht es um die bereitgestellten Zugkapazitäten, um fehlende Haltemöglichkeiten für stehende Passagiere oder die Entwicklung der Pünktlichkeit und der Ausfallzahlen auf Rems- und Murrbahn in diesem Jahr. Und am Ende ganz zentral um die Frage, welche Maßnahmen die Landesregierung denn gegen die offenkundig immer massiver werdenden Missstände im regionalen Schienenverkehr zu ergreifen gedenke.

In der vergangenen Woche hätten sich die Berichte über „mangelhafte Situationen im Regionalverkehr auf der Murr- und der Remsbahn“ wieder gehäuft, schreiben die Kritiker in ihrer Begründung zur Landtagsanfrage. In den ohnehin ständig überfüllten Zügen habe es sich zu allem Überfluss auch noch gezeigt, dass für Passagiere, die zum Stehen verurteilt sind, vor allem im Eingangsbereich keine ausreichenden Festhaltemöglichkeiten gebe.

Warum sind die Anfangsschwierigkeiten nicht längst ausgeräumt?

Die anfänglichen Schwierigkeiten nach dem Betreiberwechsel in Teilbereichen von der DB Regio zu Go-Ahead am 9. Juni, so die Abgeordneten, sollten mittlerweile ausgeräumt sein. Hier sei dringend Ursachenforschung angesagt, meinen Landesparlamentarier: „Die Anfrage soll klären, weshalb dies noch nicht geschehen ist.“

Den bereits vor der Kleinen Anfrage von Claus Paal erhobenen Vorwurf, ein Gutteil der Probleme im Regionalverkehr nicht nur auf Rems- und Murrbahn seien auf politischer Ebene hausgemacht, weil die Ausschreibungen im Bieterverfahren zu spät und fehlerhaft erfolgt seien, hat das Stuttgarter Ministerium zurückgewiesen. Zwischen Netzvergabe und Inbetriebnahme unter neuer Regie seien dreieinhalb Jahre gelegen und damit deutlich mehr als in solchen Fällen üblich, heißt es seitens des Ministeriums. Auch die Fahrzeughersteller hätten ganz klar signalisiert, dass die Zeit für die Fahrzeugproduktion ausreiche.

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