Dieses Gebäude in Oeffingen hätte zum Salafisten-Zentrum werden können. Foto: Privat

Oeffingen bei Fellbach ist eigentlich ein beschauliches Örtchen. Dabei wäre die Gemeinde fast zum Zentrum von Islamisten geworden.

Oeffingen - Joschka Fischer hat hier einst gewohnt, Nektarios aus der ersten Staffel von DSDS auch – und Tim K., der Amokläufer von Winnenden, hat beim örtlichen Tischtennisverein in einem Jugendteam gespielt. In der jüngeren Vergangenheit hat die Gemeinde Oeffingen bei Fellbach im Rems-Murr-Kreis aber lediglich durch Fußball-Weltmeister Sami Khedira Schlagzeilen gemacht. Dieser ist das Aushängeschild der 7000 Einwohner. Hat er doch beim TV Oeffingen mit dem Kicken begonnen.

Für große Aufregung haben all diese Dinge in dem beschaulichen Örtchen in der Vergangenheit nur selten gesorgt. Anders verhält es sich mit einer Geschichte, die der „Spiegel“ am Samstag veröffentlichte und die in Oeffingen zum Gesprächsthema Nummer eins wurde. Die Überschrift: „Schwäbisches Dorf verhindert Salafisten-Zentrum.“

Das LKA schritt ein, informierte Oberbürgermeister Palm

Wie das Magazin berichtet, hätten drei Gesellschafter der EMC-Immobilien GmbH aus Kuwait im Gewerbegebiet von Oeffingen ein größeres Gebäude für etwa 1,07 Millionen Euro erworben. Später meldete sich offenbar das Stuttgarter LKA bei Oberbürgermeister Christoph Palm und informierte diesen, dass in Oeffingen in jenem Gebäude eines der größten Dawa-Zentren in Deutschland geplant war. Dort hätte religiöse Missionierung, „systematische Indoktrinierung“, wie es der Verfassungsschutz nennt, stattfinden sollen. Offenbar mit involviert: Der EMC-Geschäftsführer Safwat T., ein Imam aus Sindelfingen. Gegen diesen laufen laut „Spiegel“ Ermittlungen wegen des Verdachts, eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben.

Dass die Islamisten das Gebäude nun nicht nutzen können, lag dem Bericht zufolge daran, dass der Fellbacher Gemeinderat einschritt, der Bauausschuss geheim tagte und religiöse Versammlungen in einem Teil des Gewerbegebiets nun nicht mehr erlaubt sind. Das Gebäude wurde wieder zum Verkauf angeboten.

Gemeinderäte und das LKA schweigen

Auf Nachfragen unserer Online-Redaktion bei diversen Gemeinderäten der Stadt Fellbach, bekamen wir am Samstag fast immer dieselbe Antwort: „Wir wissen nichts von dem Thema.“ Andere sagten: „Wir dürfen uns zu diesem Thema nicht äußern.“

Safwat T. war für unsere Redaktion am Samstag nicht zu sprechen.

Das LKA Stuttgart ließ auf Nachfrage lediglich wissen: „Wir können zu diesem Bericht aktuell keine Stellung nehmen.“ Ein Dementi klingt sicher anders.

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