Rems-Murr-Kreis Sanierungsbedarf auf 197 Kilometern Straße

Von Harald Beck 

Der Kreis verdoppelt die Mittel für den Unterhalt der Kreisstraßen. Foto: Stoppel/Archiv
Der Kreis verdoppelt die Mittel für den Unterhalt der Kreisstraßen. Foto: Stoppel/Archiv

Zwar hat sich der Zustand der Kreisstraßen binnen vier Jahren verbessert – aber noch ist die Hälfte marode.

Waiblingen - Bei den Kreisstraßen gibt es nach wie vor etliche Kilometer, die dringend einer Sanierung bedürfen. Das ergibt sich aus einer jetzt im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags vorgelegten aktualisierten Zustandserfassung- und Bewertung (ZEB) und dem anhand dieser Daten erarbeiteten Entwurf des Maßnahmenplans für die Jahre 2018 bis 2021.

Akuter Sanierungsbedarf bei 22,7 Prozent der Kreisstraßen-Kilometer

Zwar ist der Anteil der Strecken, denen ein sehr guter Zustand bescheinigt wird, gegenüber der jüngsten Erhebung im Jahr 2013 gestiegen und zwar von einst 16,5 auf nunmehr 27,2 Prozent nach altem Bewertungsverfahren. Andererseits hat sich aber der Anteil der Kilometer, die bei der von eins bis fünf reichenden Skala mit sehr schlecht und damit Werten von 4,5 und höher bewertet werden, von 21,1 auf 22,7 Prozent erhöht. Die Durchschnittsnote liegt bei den insgesamt 383 Kreisstraßenkilometern nach altem Bewertungsverfahren bei 2,97 (2013: 3,20). Bei dem mit strengeren Kriterien versehenen neuen Verfahren wiederum verschlechtert sich dieser Kennwert auf 3,38 und liegt damit nur noch knapp unter dem Warnwert von 3,5.

Der Warnwert signalisiert laut dem standardisierten Bewertungsverfahren, dass „umgehend mit der Planung von geeigneten Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes zu beginnen ist“. Ab einem Schwellenwert von 4,5 besteht demnach akuter Handlungsbedarf für bauliche Maßnahmen an dem entsprechenden Straßenabschnitt. Unter diese Kategorie fallen derzeit im Rems-Murr-Kreis immerhin 85 Kilometer. Oberhalb des Warnwertes liegen weitere 112 Straßenkilometer. Letztlich seien, so berichtete der Straßenbauamtschef Stefan Hein im Verkehrsausschuss, „in der Summe kurz- und mittelfristig für 51,4 Prozent beziehungsweise 197 Kilometer des gesamten Kreisstraßennetzes Sanierungsmaßnahmen durchzuführen“.

Mittel für Straßenunterhalt verdoppelt

Die Chance, hier in den kommenden Jahren tatsächlich ein gutes Stück voranzukommen, biete nun die Entscheidung des Kreistags, für die Jahre 2018 bis 2021 die Mittel für die Straßensanierung um jährlich jeweils drei Millionen Euro zu erhöhen und die Mittel für Straßenbau- und -unterhaltung damit zu verdoppeln. Während die Höhe der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel bisher deutlich unter jenen 5,2 Millionen Euro lag, die nötig wäre, um das Kreisstraßennetz vernünftig zu unterhalten, liegt die Summe mit sechs Millionen künftig sogar etwas darüber. Gerechnet wird entsprechend der solchen Berechnungen zugrunde liegenden Empfehlung der so genannten Daehre-Kommission mit jährlichen Unterhaltskosten von 2,10 Euro je Quadratmeter Straße. Im Fall des Kreisstraßennetzes wären dies bei Strecken mit 6,5 Meter Breite exakt 13 650 Euro je Kilometer und Jahr – oder bei 383 Kilometern an Kreisstraßen gut 5,2 Millionen. Von den zusätzlichen drei Millionen je Jahr sollen nun zwei Millionen Euro in den Straßenbau und je eine halbe Million in Radwegebau und in Bauwerkssanierungen fließen.

Im Entwurf für den Maßnahmenplan, so berichtete Hein den Ausschussmitgliedern, stehe nun eine Prioritätenliste mit allen Vorhaben, die nach und nach in den kommenden vier Jahren realisiert werden sollen. Darunter sind 30 Maßnahmen der Straßenerhaltung, sechs Straßenausbauprojekte, zehn Brückensanierungen und sieben Bauvorhaben an Radwegen. Die Nummer eins auf der Liste für Straßenerhaltung ist längst im Bau – die Sanierung der Kreisstraße zwischen Schnait und Baach.

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