Der Reichsbürger ignorierte erst die Haltesignale – und blockierte danach den Verkehr (Symbolbild) . Foto: StZN / Weingand

Ein als Reichsbürger bekannter Mann hat sich in Winnenden einer Verkehrskontrolle widersetzt: Er hielt sein Auto im Berufsverkehr mitten auf der Straße an, weigerte sich, Papiere vorzuzeigen, und musste schließlich aus dem Auto gezerrt werden.

Winnenden - Ein als sogenannter Reichsbürger polizeibekannter Mann hat am Freitag in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) die Polizei auf Trab gehalten: Der 57-jährige Autofahrer war gegen 9.15 Uhr in der Leutenbacher Straße einer Streife aufgefallen. Als sein Auto gestoppt werden sollte, reagierte der Fahrer erst nicht auf Haltezeichen, hielt dann aber mitten auf der Straße an. Er ließ den Motor laufen und weigerte sich, die Türe zu öffnen oder Papiere vorzuzeigen.

Um zu verhindern, dass der Mann davonfuhr, legten die Polizisten einen sogenannten Stop-Stick – einen Nagelgurt – auf der Straße aus. Als sie androhten, das Auto notfalls gewaltsam zu öffnen, machte der Mann die Tür auf, weigerte sich aber weiterhin, auszusteigen. Als die Polizisten ihn herausholten, krallte er sich im Wagen fest. Da das Auto den Verkehr behinderte, musste es abgeschleppt werden. Der Mann hat laut einem Polizeisprecher keinen Führerschein und muss mit Anzeigen rechnen.

Im Rems-Murr-Kreis gibt es einige Reichsbürger

Reichsbürger erkennen die Existenz, die Gesetze und damit auch die Behörden der Bundesrepublik Deutschland nicht an. Immer wieder kommen sie deshalb in Konflikt mit Ämtern. Das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises etwa stellt seit dem vergangenen Sommer die – bei Reichsbürgern begehrten – Staatsangehörigkeitsausweise nur noch aus, wenn dafür triftige Gründe vorliegen. Im Sommer 2016 war ein damals 60-jähriger Reichsbürger bei einer Verkehrskontrolle in Korb plötzlich losgefahren und hatte einen Polizisten mitgeschleift. Dieser hatte ihm schließlich in die Reifen geschossen.

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