Rems-Murr-Kreis Räte stimmen den neuen Tarifen zu

Von fro 

Die erste Hürde hat die „große“ Reform im Verkehrsverbund Stuttgart genommen. Der Verkehrsausschuss empfiehlt dem Rems-Murr-Kreistag, der Tarifvereinfachung zuzustimmen.

Die Tarifreform des Verkehrsverbunds Stuttgart im kommenden Jahr könnte das Umsteigen auf Bus und Bahn auch im Rems-Murr-Kreis attraktiver machen.Foto: Gottfried Stoppel

Rems-Murr-Kreis - Als erster Landkreis der Region hat der Rems-Murr-Kreis die vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) vorgelegten Pläne einer „großen“ Tarifzonenreform einer Verwirklichung näher gebracht. Der Verkehrsausschuss hat dem Kreistag einstimmig empfohlen, der Reform inklusive eines Verzichts auf eine Tariferhöhung im kommenden Jahr zuzustimmen. Der Kreis muss dafür in den kommenden Jahren einen anwachsenden Zuschuss leisten, der zwischen vier und 5,2 Millionen Euro pro anno liegt.

Wie berichtet planen die im VVS kooperierenden Partner, die Verbundlandkreise und die Stadt Stuttgart, das Tarifsystem vom 1. April kommenden Jahres an deutlich zu vereinfachen. Statt der bisher 52 Tarifzonen soll es künftig nur noch fünf geben. In Stuttgart werden die bisherigen zwei Ringzonen zu einer zusammengefasst, das Gleiche gilt auch für die äußersten zwei Zonen. Auch wenn man sich von der Korrektur einen Zuwachs an Fahrgästen verspricht, rechnen die Verantwortlichen mit Einnahmeverlusten von rund 42 Millionen Euro pro Jahr.

Dickes Brett gebohrt

Im Kreistagsausschuss ist das Vorhaben über die Fraktionen hinweg begrüßt worden. Man sei sehr froh, dass das „dicke Brett endlich mal gebohrt worden ist“, sagte etwa die Grünen-Rätin Ulrike Sturm aus Backnang. Die Reform sei „nicht nur ein Reförmchen, sondern ein großer Wurf“ geworden, betonte der CDU-Rat und Großerlacher Bürgermeister Christoph Jäger. Für Landrat Richard Sigel liegt der besondere Charme in der Reform, dass nahezu alle Kunden profitieren könnten. „Wir machen im Prinzip eine große Rabattaktion“. Lediglich der Weinstädter Busunternehmer Markus Dannenmann (Freie Wähler) meldete die Sorge an, ob das System die massive Ausweitung seines Angebots verkraften werde.

Am Ende sprach das Gremium eine einstimmige Empfehlung an den Kreistag aus. Der soll den Landrat am 9. Juli dazu ermächtigen, alle für die Umsetzung der Reform nötigen Verträge abzuschließen.