In Welzheim ist ein ausgerissener Bulle erschossen worden. Das Tier hatte weniger Glück als der hier abgebildete Bulle aus Rheinland-Pfalz, der 2012 nach rund zwei Wochen eingefangen wurde. Foto: dpa

Vor der Fahrt zum Schlachthof reißt sich in Welzheim ein Bulle los und tobt durch zwei Dörfer. Dann rückt die Polizei mit einem Sturmgewehr an.

Welzheim - Die Polizei hat am Mittwochabend in einem Weiler von Welzheim (Rems-Murr-Kreis) einen ausgerissenen Jungbullen erschossen. Ein Landwirt hatte das Tier gegen 21.15 Uhr in Eckartsweiler verladen wollen; das Tier sollte seine letzte Reise zum Schlachthof antreten. Offenbar hatte der Mastbulle andere Pläne und riss sich los. Laut einem Zeugen rannte das Tier in aggressiver Weise auf eine Frau zu, die sich in ihr Auto, einem neuen Pickup, flüchtete. Das Tier beschädigte das Auto und rannte – verfolgt von den Besitzern – in das etwa einen Kilometer entfernte Gausmannsweiler und randalierte dort weiter.

Drei Kugeln aus einem Sturmgewehr bringen den ausgerissenen Bullen zur Strecke

Die Dorfgemeinschaft tat sich zusammen und versuchte vergeblich, das gereizte Tier einzufangen. Schließlich rückte die Polizei an. Auf einer Weide beendeten drei Kugeln aus einem Sturmgewehr das Ausreißerlebnis. „Der Polizist hat sehr gut getroffen“, erzählt ein Zeuge. Ein Polizeisprecher erklärt das Vorgehen: „Ein Tierarzt mit Betäubungsgewehr war so schnell nicht aufzutreiben, und die Gefahr war zu groß, dass der Bulle Personen verletzt oder auf die nahe Landesstraße rennt.“ Auch der Besitzer des Tiers sei mit der Tötung einverstanden gewesen. Ein Veterinär untersuchte das Fleisch des Bullen, das bereits fertig zur Verarbeitung im Schlachthof ist.

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