Foto: Gottfried Stoppel

Ihr halbes Leben lang hat die 45-jährige Heike Hirning für die Firma Schlecker gearbeitet. Nun wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit – mit einem eigenen Dorfladen.

Schwaikheim - Sie ist „bis zum bitteren Ende dabei geblieben“, hat Tagescreme und Sonnenmilch verkauft, kassiert, Regale eingeräumt, Ware bestellt und ausgezeichnet. „Bei uns musste jeder alles können“, sagt Heike Hirning. 20 Jahre hat die 45-jährige Schwaikheimerin in der örtlichen Schleckerfiliale gearbeitet. Auch wenn wenig Gutes über die Firma kursiert, sagt sie im Rückblick: „Ich kann nichts Negatives sagen.“ Das hat wohl vor allem damit zu tun, dass das Schwaikheimer Team zusammengehalten hat. „Wir haben nie einen Keil zwischen uns treiben lassen“, sagt Heike Hirning über das Damenquartett.

Ein bisschen seien sie sich „wie bei Asterix und Obelix“ vorgekommen – in der Schwaikheimer Filiale genossen die vier Mitarbeiterinnen viel Freiheit und wenig Kontrolle. „Sie wollten nie was von uns, erst die letzten anderthalb Jahre.“ Ein Grund dürfte vermutlich gewesen sein, dass dieser Laden stets gute Zahlen lieferte, eine „Top-Verkaufsstelle“ war.

Diese Tatsache sieht die Gewerkschaft Verdi als Chance. Sie will in den Räumen der ehemaligen Schleckerfiliale in der Bahnhofstraße einen Dorfladen etablieren. Dessen neues Team dürfte den Schwaikheimern altbekannt vorkommen: Es besteht aus Heike Hirning und ihren zwei langjährigen Kolleginnen Roswitha Wieland und Claudia Becker-Horn. Die ehemals Vierte im Bunde, Doris Dolch, eröffnet einen Dorfladen in Plüderhausen.

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