Immer wieder hat es die Polizei im Rems-Murr-Kreis mit Fällen der anderen Art zu tun. Foto: Phillip Weingand

Ein „Flotter Dreier“ in der Öffentlichkeit, ein Postauto im Vorgarten und ein Fremder, der sich auf der Motorhaube räkelt: Die Polizei hatte im Jahr 2019 einige abstruse Fälle zu bearbeiten.

Rems-Murr-Kreis - Unfälle und Verbrechen – viel Heiteres gibt es für die Polizei aus ihrem Alltag nicht zu berichten. Aber hin und wieder finden sich unter den Meldungen, die das Presseteam verfasst, Sachverhalte, die den Leser zum Schmunzeln bringen – oder einfach dazu, sprachlos den Kopf zu schütteln.

Unfallflucht in Fellbach geht schief

Im Januar bauten Jugendliche in Fellbach einen Unfall – und versuchten nicht gerade geschickt, ihn zu vertuschen. Nachdem sie im Rotkehlchenweg eine Laterne gerammt hatten, versuchten sie, ihren Suzuki wegzuschieben. Die Unfallflucht zu Fuß ging gründlich daneben, denn der verschobene Wagen rammte zwei weitere Autos. Gesamtschaden laut der Polizei: rund 20 000 Euro.

Waiblingen: Betrunkener Fahrer versus Blitzer

Von manchen Autofahrern gepriesen wurde im Februar ein 49-Jähriger, der mit 1,8 Promille im Blut eine Blitzersäule an der Alten Bundesstraße in Waiblingen gerammt und zerstört hatte. Der Schaden wurde auf 100 000 Euro geschätzt.

Flotter Dreier in der Waiblinger Talaue

Nachdem schon im September 2018 ein Pärchen in Schorndorf mit öffentlichem Sex für Erregung gesorgt hatte, trieben es im März drei Menschen in Waiblingen noch bunter: Jugendliche wurden an einem frühen Abend auf der Erleninsel, einem Park nahe des Stadtzentrums, auf lautes Stöhnen aufmerksam. Sie entdeckten zwei 26 und 32 Jahre alte Frauen, die sich mit einem 31-Jährigen vergnügten. Offensichtlich schockiert von dem Gesehenen, riefen die Jugendlichen die Polizei.

Tatbestand Tankfüllung in Kernen?

Einen fiesen Betrug witterte im April ein Mann in Kernen: Er hatte an einer Tankstelle sechs Liter Benzin getankt – an der Füllstandsanzeige seines Wagens änderte sich dadurch allerdings in seinen Augen zu wenig. Die polizeilichen Ermittlungen brachten anschließend jedoch ans Licht, dass die amtlich geeichte Zapfsäule einwandfrei funktionierte.

Nackter Mann in Weinstadt aufgegriffen

Schon wieder nackte Haut gab es im April in Weinstadt-Endersbach: Dort wurde an einem frühen Dienstagmorgen ein nackter Mann gesichtet. Der 20-Jährige erklärte gegenüber der Polizei, er habe sich mit seiner Freundin gestritten und deswegen ihre Wohnung verlassen – ohne Kleidung. Weswegen es zu dem offensichtlich leidenschaftlichen Streit kam, ist nicht bekannt.

Urbach: Ungünstiger Ort für körperliche Liebe

Ebenfalls nicht jugendfreie Dinge trugen sich im Juli in Urbach zu: Dort vergnügte sich ein junges Paar im Freien – neben einem Spielplatz. Eine Mutter rief die Polizei, die ein Strafverfahren einleitete.

Rätsel um Taxi-Räkler in Schorndorf

Kopfschüttelnd lässt den Leser eine Meldung aus dem Oktober zurück. Damals hielt in Schorndorf ein Unbekannter ein Taxi an – aber nicht, weil er mitfahren wollte. Der Mann legte sich „wechselnd auf die Motorhaube und die Fahrbahn und rekelte sich hierbei“, schreibt die Polizei, offensichtlich selbst etwas ratlos. „Was er mit dem Verhalten bezwecken wollte, ist unklar.“

Remshalden: Die Post ist da!

Eine wohl ungewollte Lieferung bekamen im November die Bewohner eines Hauses in Remshalden: In ihrem Garten landete ein Postauto. Die Fahrerin des Transporters hatte laut Polizei die Handbremse nicht richtig angezogen, daraufhin machte sich der Wagen selbstständig.

Rudersberger Drogenhändler im Unglück

Ebenfalls Pech – gleich doppelt – hatte Anfang Dezember ein junger Mann in Rudersberg. Er war eine Treppe hinabgestürzt, Nachbarn riefen den Rettungsdienst. Dieser entdeckte in der Wohnung des 25-Jährigen ein Tütchen mit verdächtigem weißem Pulver und gab der Polizei Bescheid – diese fand in der Wohnung jede Menge weiterer Drogen.

Schorndorf: Schweinekopf versus Blitzer

Blitzgeräte sind nicht gerade beliebt – wohl auch bei demjenigen nicht, der Anfang Dezember einen abgehackten Wildschweinkopf auf einem mobilen Blitzer in Schorndorf platzierte. Mitarbeiter der Stadt fanden das gehäutete Kadaverteil – wer es dort abgelegt hat, ist unklar.

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