Dagmar Deuschle vor einer Quarantänebox Foto: Martin Stollberg

Jahrelang musste der Tierschutzverein Winnenden mit einer behelfsmäßigen Auffangstation vorlieb nehmen – nun eröffnet er sein neues Tierheim.

Winnenden - Noch haben die Handwerker und Ehrenamtlichen alle Hände voll zu tun: Im Quarantäneraum schraubt ein Helfer die Boxen für Fundtiere zusammen, im zukünftigen Nagerraum fehlt ein Schrank und dort, wo sich demnächst die Katzen tummeln, müssen noch Regalbretter an der Wand befestigt werden. Am 3. März eröffnet der Tierschutzverein Winnenden und Umgebung auf dem Gelände der Kläranlage sein neues, rund 385 000 Euro teures Tierheim, das genau genommen sein erstes ist. Denn bislang hat der 1978 gegründete Verein eine provisorische Auffangstation betrieben, in der Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen sowie Fundhunde untergekommen sind. „Ursprünglich war es so gedacht, dass die Tiere bei uns vorübergehend untergebracht und dann nach Ludwigsburg ins Tierheim weitergegeben werden“, sagt Dagmar Deuschle, die zweite Vorsitzende des Vereins. In der Praxis sei es anders gelaufen – so manches Tier hat im Provisorium für längere Zeit ein Zuhause gefunden.

Die äußeren Umstände seien dort alles andere als ideal gewesen, erzählt Dagmar Deuschle: „Es gab keine Toiletten für die Helfer und im Quarantänebereich hatten wir kein fließendes Wasser.“ Kein Wunder, dass die Vereinsmitglieder seit Jahren von einem Neubau geträumt haben. Vor etwa neun Jahren hat der Verein eine kleine Erbschaft gemacht, die den Grundstock für die Finanzierung eines Neubaus bildete. Rund fünf Jahre habe der Verein mit der Stadt Winnenden verhandelt, sagt Deuschle: „Was uns am Ende geholfen hat war, dass das Land im Jahr 2010 einen Zuschuss für den Bau von Tierheimen zugesagt hat.“

Weil der Tierschutzverein Winnenden die Pläne für ein Gebäude quasi in der Schublade hatte, konnte er die relativ kurzen Antragsfristen einhalten und sich einen Zuschuss in Höhe von 95 000 Euro sichern. Den gab es allerdings nur in Verbindung mit einem Gemeindezuschuss in gleicher Höhe – die Stadt Winnenden und die Gemeinden Schwaikheim und Leutenbach haben sich daher mit 95 000 Euro beteiligt. Der Verein selbst muss weitere 200 000 Euro für das Gebäude beisteuern, das aus zwei mobilen Wohnzellen in Holzbauweise besteht. Die Räume sind schlicht, aber durchdacht eingerichtet, der Verein hat sich für einen kratzfesten und urinbeständigen Epoxidharzboden entschieden, darunter steckt eine Fußbodenheizung.

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