Gemeinsam sind sie stark: Das Außenseiter-Team des 1. FC Heidenheim. Foto: dpa/Friso Gentsch

Am Ende war Schützenhilfe bitter nötig, doch das ändert nichts daran: Die Teilnahme an den Relegationsspielen zur Bundesliga hat sich der 1. FC Heidenheim redlich verdient, kommentiert unser Redakteur Jürgen Frey.

Stuttgart - Es gibt so etwas wie einen Lieblingssatz, der den Heidenheimer Machern Holger Sanwald und Frank Schmidt in den vergangenen Jahren immer wieder über die Lippen kam: „Wir beschränken uns nicht vom Kopf her.“ Nach der feststehenden Teilnahme an den Relegationsspielen ist für den 1. FC Heidenheim die Fußball-Bundesliga endgültig im Vorstellungsvermögen angekommen. Dass der Sprung nach oben für den Club von der Ostalb nun so nah ist wie noch nie in der Vereinsgeschichte, ist der verdiente Lohn für eine ganze Latte von außergewöhnlichen Dingen – daran ändert auch die Tatsache nichts, dass am letzten Spieltag die Schützenhilfe des SV Sandhausen beim Hamburger SV nötig war.

 

Zu allererst besticht diese branchenunübliche Kontinuität, die im kompletten Verein auf den Schlüsselpositionen vorherrscht. Auch in kritischen Situationen standen Sanwald und Schmidt eng zusammen. Aus Rückschlägen zogen sie die richtigen Schlüsse – und zwar gemeinsam. Das wird auch nach der klaren und enttäuschenden Niederlage am letzten Spieltag bei Meister Arminia Bielefeld der Fall sein.

Dank einer schlüssigen Personalpolitik und einer ständigen Verbesserung der Infrastruktur ging es Schritt für Schritt bergauf. Immer konnte der Verein auf die bemerkenswerte Unterstützung der Kommune bauen. Der FCH dankte dies, indem er nie die Bodenhaftung verlor, nie Identifikationsfiguren fallen ließ, dafür immer geschlossen, gerade raus und ehrlich auftrat. Aufgeben steht auf dem Index: Wenn der Begriff Mentalitätsmonster auf ein Team zutrifft, dann auf das des 1. FC Heidenheim.

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Jetzt geht es am 2. und 6. Juli (zu Hause) in der Relegation als krasser Außenseiter gegen den SV Werder Bremen. Im DFB-Pokal vergangenen Oktober ging der Zweitligist an der Weser mit 1:4 unter, nach 19 Minuten hatte es schon 0:3 gestanden. Was das zu bedeuten hat? Gar nichts. Diesmal geht es um Auf- und Abstieg. Die Druck ist ungleich größer. Für Werder, nicht für den FCH.