Weiter nur Kreisliga A. Für den TSV Harthausen endet eine lange tolle Saison in mehrfacher Hinsicht bitter. Foto: Yavuz Dural

Der TSV Harthausen scheitert bereits in der ersten Runde um den Aufstieg – das bittere Ende einer lange tollen Saison. Unrühmliche Zugabe: zwischendurch kommt die Polizei.

Oberboihingen - Ungläubig steht Sascha Gavranovic nach dem Schlusspfiff auf dem Oberboihinger Rasenplatz und hadert mit dem Schicksal. Seinem eigenen, ganz persönlichen. Denn die Relegation scheint für den Trainer wahrlich mit einem Fluch belastet. Fünfmal war er in der Vergangenheit mit seinen Vereinen schon in der Zusatzschicht angetreten – und fünfmal war es schief gegangen. Am Freitagabend folgte das sechste vorzeitige Aus, nun auch mit seiner aktuellen Mannschaft, den Kreisliga-A-Fußballern des TSV Harthausen. Gegen den TSV Denkendorf lautete das Ergebnis 1:2 nach Verlängerung. „Das passt super zu unserer Saison. Es ist das i-Tüpfelchen“, sagte Gavranovic mit Bitterkeit. Zur Erläuterung: zuvor hatten er und die Seinen wie berichtet nur durch ein umstrittenes Urteil am grünen Tisch das Rennen um den Meistertitel und den Direktaufstieg verloren. Jetzt, am Ende, stehen sie trotz einer herausragenden Punkterunde mit komplett leeren Händen da.

Dabei hatte die Partie vor gut 600 Zuschauern für die Brandfeld-Kicker nicht schlecht begonnen. Gerade einmal zehn Minuten waren gespielt, als der Kapitän Marco Haas einen Fehler in der Denkendorfer Abwehr zur 1:0-Führung nutzte. Dass Felice Franza nur vier Minuten später zum 1:1 des Bezirksliga-Vierzehnten einnetzte, war freilich weniger nach Plan. „Wir haben den Ausgleich viel zu früh bekommen“, sagte Gavranovic. Bis zur Pause tat sich dann vor beiden Toren nicht mehr viel.

Drei Harthausener Lattentreffer

Das sollte sich allerdings nach Wiederanpfiff ändern. So scheiterte der eingewechselte Mario Martinovic gleich zweimal an der Latte (63./82.). Dazwischen ließ Haas beste Einschussmöglichkeiten aus (71./72.). „Eigentlich hätten wir das Spiel in 90 Minuten entscheiden müssen. Aber uns hat das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Gavranovic. Eine Einschätzung, in der er sich auch in der Verlängerung bestätigt sah. In jener folgte Aluminiumtreffer Nummer drei. Ein direkter Freistoß des ansonsten eher unauffälligen Ex-VfB-Kickers Tim Pöhler knallte ebenfalls gegen den Querbalken (105.).

Und der Gegner? Der ließ sich nicht anmerken, dass er erst am Donnerstag erfahren hatte, überhaupt noch einmal eine Chance zum Klassenverbleib zu haben. Bis dahin galten die Denkendorfer in der Bezirksliga Neckar/Fils als Direktabsteiger und waren eigentlich schon in der Sommerpause – bis sich in einer Kettenreaktion der Rückzug von NAFI Stuttgart in der Landesliga positiv für sie auswirkte. Zudem kam ihnen nun eine personelle Überzahl zugute. In der Nachspielzeit der regulären Zeit sah der Harthausener Routinier Slobodan Markovic Gelb-Rot – der unrühmliche Höhepunkt der Partie. Weil der 31-Jährige danach den Schiedsrichter Soner Celkin (Wendlingen) verbal angegangenen haben soll, drohte der Unparteiische mit Spielabbruch und verständigte vorsorglich die Polizei. Die kam dann auch mit vier Fahrzeugen, ein Einschreiten war allerdings nicht nötig. Die Begegnung verlief schließlich auf und neben dem Platz absolut friedlich.

K.o. in der Verlängerung

Trotzdem sollte das dicke Ende für die Harthausener noch kommen. In der 113. Minute steckte Manuel Rapp den Ball auf Franza durch, der sich frei vor dem Keeper Thomas Bindek nicht zweimal bitten ließ und zum 1:2 vollendete. Im Gegenzug ließ Haas die dicke Gelegenheit zum erneuten Ausgleich aus. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und sind bestraft worden“, sagte der Harthausener Abteilungsleiter Wolfram Bunz. „Jetzt brauchen wir sicher einige Wochen, bis wir das alles wieder aus den Köpfen haben.“ Und bis dann in der neuen Saison der nächste Anlauf zum Aufstieg genommen werden kann.

Gavranovic kündigte derweil eines kopfschüttelnd schon einmal an: Bei jeder weiteren Relegationsteilnahme werde er im Urlaub sein.

TSV Harthausen:
Bindek – Rueß, Markovic, Dibba, Krämer – Paulic (11. Nguyen), Gläser, Suarez (77. Mete), Milos (58. Martinovic) – Haas, Pöhler.

TSV Denkendorf:
Schulze – Deuschle (75. Dunz), Kurka, Demaili (119. Driessen), Rapp – Zahner – Franza, Gil (66. Buchwald), Brandner, Kurz – Ullmann (69. Riccio).

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