Aus dem erhofften Durchmarsch in die Verbandsliga wird nichts. Der Kapitän Andreas Pottmeyer (im Bild) und dessen Teamkollegen mussten sich einem klar besseren Gegner geschlagen geben. Foto: Pressefoto Baumann

Der SV Bonlanden unterliegt in der ersten Runde der Relegation dem TSV Heimerdingen mit 0:3. Just beim großen Saisonfinale erreicht nur ein Spieler Topform.

Leinfelden - Es war ein letzter verzweifelter Versuch. Der eingewechselte Maximilian Schwarz schlug eine Freistoßflanke in den gegnerischen Strafraum, Ugur Yilmaz warf sich in den Ball – und jener segelte meterweit am Tor vorbei. Spätestens in diesem Moment muss es auch dem Letzten auf Seiten des SV Bonlanden klar gewesen sein: Das wird nichs mehr. Endstation. Vorbei. Der Traum vom Durchmarsch in die Fußball-Verbandsliga ist abrupt ausgeträumt. Gleich in der ersten Runde der Aufstiegsrelegation haben die Filderstädter am Mittwochabend die Segel streichen müssen. Vor rund 900 Zuschauern im Leinfeldener Sportzentrum unterlagen sie dem TSV Heimerdingen glatt und verdient mit 0:3 – eine ernüchternde Abfuhr, mit der in dieser Form keiner gerechnet hatte.

„Der Gegner war frischer, super aggressiv und nach vorne brandgefährlich. Wir haben dagegen zu keiner Zeit das auf den Platz gebracht, was uns zuletzt ausgezeichnet hat“, sagte der Trainer Klaus Kämmerer, dessen Mannschaft somit die krönende Zugabe einer bärenstarken Saison verwehrt bleibt. Das Problem: beim jetzigen Showdown war eben dieses Team im Vergleich zu den vielen rauschenden Ligaauftritten nicht wiederzuerkennen. Bemerkenswerte acht Monate lang waren die Bonlan­dener in Pflichtspielen außerhalb des eigenen Stadions unbesiegt. Nun schien es, als wäre das prall erworbene Selbstvertrauen über Nacht eingetauscht worden gegen schwere Beine, Zaudern und Mutlosigkeit.

Vom Gegner überrumpelt

So wurden die Schwarz-Weißen bereits in der ersten Hälfte von ihrem Kontrahenten überrumpelt. Gegen den forsch aufspielenden Zweiten der Parallelstaffel wirkten sie gehemmt, verunsichert – ja, mit fortlaufender Dauer regelrecht paralysiert. Erst recht, nachdem der Ball zweimal im eigenen Netz eingeschlagen hatte. Erst spielte Jörn Pribyl einen Musterpass, der Adressat Murat Öztürk lief dem schlecht postierten Dominic Schilling davon und vollstreckte zum 0:1 (29.). Dann entschied der Schiedsrichter Dennis Bauer auf Elfmeter, nachdem der Bonlandener Keeper Luca Wiedmann im Strafraum mit dem heranstürmenden Michele Ancona zusammengerauscht war. Daniel Riffert ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte kurz vor der Pause zum 0:2 (42.).

Wirklich lamentieren wollte über den durchaus diskussionswürdigen Pfiff beim Filderclub jedoch keiner. Vielmehr überwog die Erleichterung, mit diesem Zwischenergebnis bis dahin noch glimpflich davongekommen zu sein. Es hätte auch schon ganz anders stehen können, noch viel schlimmer – hätte nicht wenigstens einer der eigenen Elf Topform erreicht. Gemeint ist der erwähnte Wiedmann. Der Schlussmann hatte zuvor mit mehreren Paraden einen deutlicheren Rückstand verhindert. Frei nach dem Motto „Wer hat noch nicht, wer will nochmal?“ hatten nacheinander Antonio Di Matteo, Michele Ancona, Öztürk und Pribyl sein Gehäuse frei stehend unter Beschuss genommen – ein jedes Mal rettete Wiedmann.

Nur zwei eigene klare Torchancen

„Heute hat uns die Personalsituation der vergangenen Wochen eingeholt“, mutmaßte Kämmerer. Immer wieder Verletzte, immer wieder Fehlende – so war er zu ständigen Umstellungen gezwungen. Diese Hin-und-her-Wechselei habe sich nun negativ ausgewirkt. Auch dahingehend, dass in Durchgang zwei dann kein wirkliches Aufbäumen mehr gelang. Klar, die Bonlandener mühten sich, der Partie noch eine Wende zu geben. Doch kam diese eigentlich für ihren großen Torhunger bekannte Mannschaft ihrerseits lediglich zu zwei nennenswerten Chancen.

Die eine vergab Yilmaz, die andere Ronald Ried (15./21.). Und als schließlich Michele Ancona nach einem Ried-Abwehrfehler zum 0:3 einschob, war die Sache vollends durch (86.). Während der TSV Heimerdingen nun am Sonntag in Baindt gegen den VfB Friedrichshafen weiter um den Aufstieg spielt, heißt die Zukunft des SV Bonlanden Landesliga, wie gehabt. Damit kein falscher Eindruck entsteht: „Trotzdem haben wir eine klasse Runde gespielt“, betonte Kämmerer, der wegen der Relegation extra seinen Griechenland-Urlaub storniert hatte. Als Aufsteiger zur Vizemeisterschaft – das ist allemal ein toller Erfolg, keine Frage.

Nur: direkt nach dem Abpfiff hat das von den Seinen erst einmal keinen mehr interessiert. Da war in den Bonlan­dener Gesichtern allein eines zu lesen: die Enttäuschung.

SV Bonlanden:
Wiedmann – Hartmann (55. Häcker), Ried, Schilling, Baradel – Liebenstein, Andretti (46. Schwarz), Presthofer (46. Imme), Pottmeyer – Savic (70. Schmidt), Yilmaz.

TSV Heimerdingen:
Emmrich – Widmaier, Schlichting, Riffert, Pellegrino – Dos Santos Coelho, Pribyl (89. Sancaktaroglu), Di Matteo (78. Stampete), Roberto Ancona (88. Todten) – Michele Ancona, Öztürk (72. Frey).

Tore:
0:1 Öztürk (29.), 0:2 Riffert (42., Foulelfmeter), 0:3 Michele Ancona (86.)

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