Lässt sich als Erster porträtieren: Timo Hildebrand. Foto: Lichtgut/Jan Reich

Der Fotograf Markus Schwarz will für einen guten Zweck einen Weltrekord aufstellen. Tausendundein Menschen will er in zwei Stunden porträtieren. Nummer eins steht schon parat: VfB-Meisterspieler Timo Hildebrand wird den Anfang machen.

Stuttgart - Es ist diese eine Geschichte von tausendundein Gesichtern. Der Fotograf Markus Schwarz hat sie sich ausgedacht. Er will am nächsten Samstag, 15. September, auf dem Pariser Platz bei der Stadtbibliothek tausendundeinen Menschen porträtieren. Und damit einen Weltrekord aufstellen.

Doch, den gibt es tatsächlich. Menschen sind sehr findig, wenn es um Rekorde geht. Sie verkleiden sich wie in Irland als 1253 Schlümpfe; sie sammeln wie der Schweizer Jean-François Vernetti 8888 „Bitte nicht stören“-Schilder aus Hotels; sie tragen wie der Belgier Jef Van Dijck 227 T-Shirts übereinander; sie backen wie 100 Bäcker aus Portugal ein 1211 Meter langes Brot. Alles Weltrekorde. Klar, dass es da auch einen Rekord für die meisten Porträts gibt. Aber wie kommt man darauf? Schwarz hat nicht im „Guinnessbuch der Weltrekorde“ geblättert, er wollte eigentlich nur Ausrüstung bestellen. Er fotografiert viel draußen, die Firma Sunbounce stellt dafür spezielle Geräte her. Und auf deren Webseite fand er einen Eintrag, dass die Fotografin Linda Köhler-Sandring in Zingst einen Weltrekordversuch im Speed-Shooting geschafft hatte: 888 Bilder in einer Stunde und 58 Minuten.

„Das könnte ich eigentlich auch“, dachte sich Schwarz. Und bat seine Frau Cornelia um Hilfe. Die sagte: „Ich helfe dir, aber nur, wenn du damit Geld sammelst und spendest.“ Also tat Markus Schwarz, was jeder gute Ehemann tut: Er hörte auf seine Frau. Am 15. September wird er nun von 14 bis 16 Uhr fotografieren. Wer sich porträtieren lassen möchte, sollte zwischen 12.30 und 13.30 Uhr da sein. Er muss zwei Euro zahlen, bekommt dafür sein Porträt und die Gewissheit, einer guten Sache zu helfen. Das Geld geht an Stelp, das kommt von Stuttgart helps. Essen und Getränke gibt es, zwei Bands spielen, es gibt ein Kinderschminken.

Alles ist gespendet und wird von Ehrenamtlichen betreut. Wer isst oder trinkt, gibt, was er geben mag. Auch dieses Geld geht an Stelp. Die Organisation hilft damit Flüchtlingen, die in der Türkei gestrandet sind, und betreibt eine Suppenküche für Kinder auf den Philippinen. Auch VfB-Meisterspieler Timo Hildebrand engagiert sich bei Stelp, er war selbst in der Türkei, um zu helfen. Ehrensache, dass er der Erste ist, der sich fotografieren lässt. Tausend weitere sollen folgen. Damit es wirklich eine Geschichte von tausendundeinen Gesichtern wird.

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