Doppelsiegerin in Heimsheim: Eva-Maria Lühr (Pfalzgrafenweiler). Foto: Andreas Gorr

Dem Seriensieger Jörg Widmaier vom Leonberger Pferdesportzen­trum (PSZ) Benzenbühl musste sie im vergangenen Jahr noch den Vortritt lassen. Diesmal drehte Eva-Maria Lühr den Spieß beim Turnier des LRFV Heimsheim um. Sie entschied die Prüfung der Klasse S* (schwer) in der Siegerrunde in 39,78 Sekunden für sich.

Heimsheim - Dem Seriensieger Jörg Widmaier vom Leonberger Pferdesportzen­trum (PSZ) Benzenbühl musste sie im vergangenen Jahr noch den Vortritt lassen. Diesmal drehte Eva-Maria Lühr den Spieß beim Turnier des LRFV Heimsheim um. Sie entschied die Prüfung der Klasse S* (schwer) in der Siegerrunde in 39,78 Sekunden für sich. Drei weitere Teilnehmer hatten sich mit einem Null-Fehler-Ritt im Umlauf qualifiziert. Doch der schnellste, Volker Hahn auf Cento du Rouet, leistete sich im Stechen einen Abwurf und belegte in 38,37 Sekunden Rang vier. Jörg Widmaier war auf seinem Siegerpferd vom Vorjahr, Quinara, in 37,44 Sekunden der Schnellste. Doch auch bei ihm fiel eine Stange, so dass es für den Profi-Reiter nur zu Rang drei reichte. Noch vor ihm platzierte sich Simon Runte (RFV Weilheim/Teck) auf Horse Sport Travel’s Samy, der in der Siegerrunde in 41,17 Sekunden fehlerfrei blieb.

Nachdem Widmaier im Vorjahr beide S-Springen für sich entschieden hatte, tat es ihm nun Eva-Maria Lühr gleich. Denn auch in der schweren Prüfung am Samstag setzte sie sich auf Concrue durch. Widmaier wurde mit vier Strafpunkten Achter. Überhaupt fiel die Ausbeute des Leonbergers für seine Verhältnisse bescheiden aus. Mit Cassy landete er in einer M- und einer L-Prüfung ganz vorn. Das mittelschwere M**-Springen mit Siegerrunde am Sonntag gewann Julian Stahl (RC Aischbach Gült­stein) auf Alessandro. Als Zeitschnellster des Umlaufs nutzte er den Vorteil im Stechen, als Letzter zu starten. Die Konkurrenz vor ihm hatte mit je zwei Abwürfen gepatzt. So konnte sich Stahl einen Zeitfehler leisten, blieb aber als Einziger fehlerlos.

Insgesamt verzeichneten die Veranstalter des 49. Heimsheimer Reitturniers – zum 40. Mal auf der Anlage „Auf dem Berg“ – in allen Prüfungen 806 Nennungen. 562, das sind knapp 70 Prozent, gingen tatsächlich an den Start. Trotz der tropischen Temperaturen, so die Pressesprecherin des Vereins, Sabine Reukauf, sei das eine Quote, auf die man auch unter normalen äußeren Bedingungen kommen würde.

Rund 100 ehrenamtliche Helfer haben alles dafür getan, sowohl für Sportler und Pferde als auch für die Zuschauer einigermaßen erträgliche Bedingungen zu schaffen. Spring-, Dressur- und Abreiteplatz wurden regelmäßig bewässert. Der Traktor mit seinem 3000 Liter fassenden Tankanhänger war im Dauereinsatz, um das Wasser unten aus dem Ort zu holen. Reinhard Rühle, Vorsitzender des LRFV Heimsheim: „Das Wasser ist ja beinahe schon beim Hochfahren verdunstet.“

Das Turnier, so Rühle, ist für den 120 Mitglieder starken Verein jedes Jahr aufs Neue ein regelrechter Kraftakt. Ohne die Kooperation mit dem Kleintierzucht-, dem Obst- und Gartenbau- und dem Schützenverein sowie den Schleglerhexen wäre die dreitägige Veranstaltung nicht mehr zu stemmen. Rühles besonderer Dank galt deshalb dem Helferteam: „Es ist wirklich toll, dass sie uns bei diesem Wetter so unterstützt haben.“