Osterurlaub auf Mykonos? Foto: IMAGO/Rupert Oberhäuser

Unterschiedliche Bewertungen der Sicherheitslage zeigen die Komplexität der aktuellen Krise im Nahen Osten. Dubai, Ägypten, Zypern und die Türkei stehen besonders unter Beobachtung.

Die Situation für Reisende in der Nahost-Region hat sich zugespitzt – auch Raketenangriffe sind Thema. Während das deutsche Auswärtige Amt weiterhin nur eine Teilreisewarnung für Ägypten aufrechterhält und die Lage am westlichen Mittelmeer wesentlichen ruhiger ist, sind die USA zum Teil deutlicher geworden – etwa im Hinblick auf Zypern. Durch die Schließung der Drehkreuze in Dubai, Abu Dhabi und Doha gibt es auch Probleme für Reisen nach Australien oder Thailand – während die Lage am westlichen Mittelmeer ruhig bleibt.

 

USA mit widersprüchlichen Warnungen

Das US-Außenministerium ruft Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen – darunter auch die beliebte Reisedestination Ägypten. Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X laut dpa auf „schwerwiegende Sicherheitsrisiken“.

US-Ausreiseaufforderungen und Warnungen für Nahost (Stand: 16. März 2026)

Seit 4. März 2026 warnen die USA auch vor Reisen nach Zypern, nachdem es dort zu Drohneneinschlägen auf dem britischen Militärstützpunkt Akrotiri gekommen war. Zypern-Aufenthalte sollen überdacht werden, heißt es. Für die Türkei sieht Österreich (BMEIA) erhöhtes Risiko in Ballungsräumen (Stufe drei von vier).

Deutsche Teilreisewarnungen

Für Ägypten besteht weiterhin keine allgemeine Reisewarnung durch das deutsche Auswärtige Amt, sondern lediglich eine Teilreisewarnung (Stand: 16. März 2026). Die Sicherheitsbewertung wurde seit Ende November 2025 nicht verschärft, trotz der verschärften Spannungen im Nahen Osten. Angehörige der internationalen Community in Kairo halten Ägypten laut Medienberichten für „relativ sicher“.

Iranisches Raketenmanöver in der Straße von Hormus (Archiv). Foto: Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa

Verwirrung um Trumps Reisewarnungen

Unterschiedliche Bewertungen zwischen deutschen und amerikanischen Behörden zeigt die Komplexität der aktuellen Lage. Während in den USA offenbar eine gewisse Verwirrung herrscht, sieht Deutschland die Situation in den ägyptischen Touristengebieten als kontrollierbar an.

Das Auswärtige Amt empfiehlt Deutschen generell, sich bei Auslandsreisen in der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ zu registrieren. So kann man im Notfall schneller erreicht werden.

Auch die App „Sicher Reisen“ sowie aktuelle Medienberichte können helfen, sich über kurzfristige Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Außenminister Wadephul entschuldigt sich wegen Reisewarnungen

Die Diskussion um angemessene Reisewarnungen hat auch zu politischen Kontroversen geführt. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) musste sich nach Äußerungen im ARD-Talk „Caren Miosga“ öffentlich entschuldigen. Er hatte davon gesprochen, dass Dubai-Reisende bewusst Risiken in Kauf genommen hätten – obwohl sein eigenes Ministerium im Vorfeld lediglich vor Reisen nach Israel gewarnt hatte.

Unterschiedliche Risikoeinschätzungen

Die teilweise divergierenden Bewertungen zwischen den USA und Deutschland verdeutlichen die Schwierigkeit, in einer hochdynamischen Situation angemessene Reisehinweise zu geben. Indes ist ohne offizielle deutsche Vollreisewarnung keine kostenlose Stornierung von Reisen möglich.

Reisewarnungen westlicher Länder

Angesichts der sich täglich ändernden Sicherheitslage im Nahen Osten sollten alle Reisenden in der Region – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit – besondere Vorsicht walten lassen und sich regelmäßig über die aktuelle Entwicklung informieren.