Tierpensionen sind eine wichtige Anlaufstelle für Tierbesitzer, die ihre Vierbeiner beispielsweise nicht mit in den Urlaub nehmen können. Foto: imago/Eibner/imago stock&people

Lange waren Reisen wegen des Coronavirus kaum möglich: Dadurch blieben auch viele Vierbeiner Tierpensionen fern. Nun hat die Urlaubszeit aber wieder begonnen – für Tierhotels im Raum Stuttgart hat das unterschiedliche Auswirkungen.

Stuttgart - Durch die Reisebeschränkungen blieb in den vergangenen Monaten nicht nur in den Hotels die Kundschaft aus – auch in den Tierpensionen sank die Zahl der Gäste. Denn die Einrichtungen betreuen normalerweise viele Tiere, deren Besitzer verreist sind. Mit Pfingsten hat nun die Urlaubszeit begonnen und auch das Reisen ist in vielen Ländern wieder möglich. Damit gibt es wieder Haustiere, die eine Bleibe brauchen, während ihre Besitzer längere Zeit unterwegs sind. Wie wirkt sich das auf Tierpensionen in der Region Stuttgart aus?

Für das Tierhotel Königreich in Kornwestheim bringt die Urlaubssaison Aufschwung. „Es macht sich positiv bemerkbar, dass die Leute wieder reisen“, schildert der Geschäftsführer Daniel Hagl. „Wir haben kurzfristig viele Anfragen über Pfingsten bekommen.“ Momentan kümmere sich das Tierhotel um 30 bis 40 Katzen und etwa 50 Hunde. Das sei ein bisschen weniger als normalerweise zu dieser Zeit, so Hagl.

Auswirkungen der Reisezeit sind in der Pension sichtbar

Bis zum Beginn der aktuellen Urlaubssaison habe die Pension vor allem Tagesgäste betreut und weniger Tiere, deren Besitzer in den Urlaub fahren. Vor allem bei den Katzen zeigt sich nun aber die Auswirkung der Reisezeit: Die meisten aktuell im Tierhotel betreuten Katzen sind dort, weil ihre Besitzer in den Urlaub fahren, wie der Geschäftsführer erklärt. Bei den Hunden halte sich die Waage zwischen Tagesgästen, deren Herrchen oder Frauchen arbeiten und sie in dieser Zeit in Betreuung geben, und den Urlaubsbetreuungen.

Hagl rechnet generell mit einer Entspannung für seinen Betrieb im Sommer. Für diese Zeit gingen beim Tierhotel Königreich bereits viele Buchungen ein. „Bei den Katzen sind schon einige Zimmer ausgebucht“, sagt Hagl. Hunde würden generell eher kurzfristiger für einen Aufenthalt in der Pension angemeldet werden. „Wir haben noch Kapazitäten“, so der Geschäftsführer. Da viele Leute momentan noch unsicher seien, ob ein Urlaub möglich ist, geht er davon aus, dass wahrscheinlich kurzfristig weitere Buchungen eingehen werden.

Große Hoffnungen für die Sommermonate

Auch René Weber setzt seine Erwartungen in den Sommer. Er ist der Geschäftsführer des Hundezentrums Bones GmbH in Ludwigsburg-Poppenweiler, das auch eine Hundepension enthält. „Ich habe die Hoffnung, dass wir das ganze Minus abbauen können, das durch die vergangene Zeit entstanden ist.“ Denn sein Betrieb hatte es in den letzten Monaten nicht leicht: „Es war eine harte Zeit“, erzählt er. „Wir haben ums Überleben gekämpft, es stand schon im Raum, dass wir schließen.“ Es seien keine Hunde mehr zur Übernachtung in die Pension gekommen und auch die Zahl der Tagesgäste habe abgenommen.

Der Beginn der Urlaubszeit bringt aber etwas Erholung für den Betrieb mit sich. „Wir haben seit zwei Wochen das erste Mal seit Monaten Übernachtungsgäste“, schildert der Geschäftsführer. Aktuell betreue die Pension sieben Vierbeiner von Urlaubern und zwischen 20 und 30 Tagesgäste. Luft nach oben bleibt trotzdem – denn normalerweise wären in der Pension über Pfingsten alle Kapazitäten für Übernachtungsgäste belegt. Mit Blick auf die Sommermonate gebe es aber bereits wieder mehr Buchungen. „Für den August sind schon zwei Drittel der Plätze belegt“, so Weber. Er hofft, dass es für den Betrieb in den kommenden Monaten weiter bergauf geht.

Mehr Anfragen als in den Zeiten vor Corona

„Das Geschäft geht gerade von einem Extrem in das andere“, erzählt der Leiter einer weiteren Tierpension im Raum Stuttgart, der seinen eigenen Namen und den seines Betriebes nicht genannt haben möchte. Während sie in den vergangenen Monaten im Tierhotel auch Tagesbetreuungen angeboten haben, um sich über Wasser halten zu können, sei nun wieder alles ausgebucht. „Das ist noch extremer als vor Corona“, so der Leiter. „Wir bekommen mehr Anfragen als sonst, weil alle wieder weg wollen.“

Momentan betreut die Tierpension Vierbeiner, deren Besitzer im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise sind, die Tagesbetreuungen wurden wieder eingestellt. „Dafür gibt es gerade nicht die Kapazität.“ Wie bereits im vergangenen Jahr sei die Tierpension auch für die folgenden Sommermonate schon ausgebucht. „Die Nachfrage ist viel größer, als wir es angenommen haben“, erläutert der Leiter. Dafür seien zwei Ursachen verantwortlich. „Viele haben sich während der Pandemie ein Tier angeschafft, dass jetzt versorgt werden muss“, erklärt er. Außerdem gebe es im Raum Stuttgart zu wenige Angebote für Tierbetreuungen.

Aber nicht bei allen läuft das Geschäft wieder an

Anders sieht es bei der Hundepension Wuff in Fellbach aus. Dort machen sich die Urlaubsbuchungen über Pfingsten nicht bemerkbar. „Normalerweise wären zu dieser Zeit alle Plätze über Wochen ausgebucht“, sagt Alexander Nohl von der Hundepension. Momentan seien aber nur sechs der 20 Plätze belegt. „Was uns gerade rettet, sind die Tagesgäste“, schildert er. Aktuell betreue die Hundepension nur solche Tiere, die Berufstätige in ihrer Arbeitszeit dort abgeben. Hunde mit längeren Aufenthaltszeiten seien dort gerade nicht untergebracht. Wie es für den Betrieb im Sommer weitergehe, könne Nohl momentan nicht sagen. Er geht davon aus, dass die Pension ausgebucht sein könnte, wenn man reisen dürfe. Ist dies nicht der Fall, rechnet er allerdings nach wie vor mit wenig Betrieb. „Das ist nicht vorhersehbar.“

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