Die Mehrwegflaschen aus den Bordrestaurants der Deutschen Bahn können nur dort auch wieder zurückgegeben werden. Foto: Christian Milankovic

Die Deutsche Bahn wirbt im ICE mit Mehrweg und Nachhaltigkeit. Doch die exklusiven Pfandflaschen aus dem Bordrestaurant nimmt außerhalb des Zugs niemand zurück.

Wenn es bei der Deutschen Bahn mal wieder etwas länger dauert, ist es gut, dass es zumindest in den ICE-Zügen Speisewagen gibt, die dabei helfen, die Durststrecke zu überbrücken.

 

Wer 3,80 Euro berappt, bekommt beispielsweise einen halben Liter Mineralwasser. Der Genuss des kühlen Nass stillt nicht nur den eigenen Durst. Mit jeder Flasche spende man „einen Tag Trinkwasser an einen Menschen Menschen in Not“. Gereicht wird der Sprudel in einer Pfandflasche aus Kunststoff. „Mehrweg für die Umwelt“ verkündet das Etikett.

Keine Rücknahme in Super- und Getränkemärkten

Was hingegen nicht mitgeteilt wird: wer die Flasche an Bord nicht austrinkt, sondern die letzten Schlucke auf dem Heimweg vom Bahnhof zu sich nimmt, wird die Flasche nicht mehr ohne weiteres los – wenn der Fahrgast den Mehrweggedanken ernst nimmt. Einschlägige Super- und Getränkemärkte verweigern die Rücknahme.

„Bei den Getränkeflaschen, die wir in unseren ICE- und Intercity-Zügen ausgeben, handelt es sich um exklusiv für die DB entwickelte Mehrwegflaschen. Diese werden seitens der DB an die Hersteller zurückgeführt“, sagt eine Bahnsprecherin auf Anfrage. „Eine Rückgabe der Flasche und Auszahlung des Pfands durch Dritte außerhalb des Zugs ist nicht möglich“.

Die Bahn bemüht sich auch bei ihren gastronomischen Angeboten um ein nachhaltiges Image. Es gebe „an Bord der Züge ausschließlich Mehrwegflaschen, um ökologische Standards weiter zu verbessern“. Man verfolge dabei „das Ziel, Ressourcen zu schonen und Abfall zu reduzieren“.

Bahn nennt keine Zahlen, wie viele Flaschen zurückgegeben werden

Ein Hinweis auf dieses eher ungewöhnliche Prozedere finde sich auf den Flaschen nicht, denn dies „würde zusätzlichen Aufwand verursachen und ist zudem branchenunüblich. In der Systemgastronomie ist eine gesonderte Kennzeichnung dieser Art nicht vorgesehen“. Da man „zu betriebsinternen Kennzahlen keine detaillierten Auskünfte geben“ könne, bleibt offen, wieviele Flaschen den Weg aus dem Bordrestaurant hinausfinden. Die Rücklaufquote liegt laut Aussage der Bahnsprecherin aber „bei nahezu 100 Prozent“.