Jedes Jahr kommen im Januar Reisebegeisterte auf der CMT in Stuttgart zusammen, um nach den neuesten Reisetrends zu suchen. Die Publikumsmesse ist schon lange ein verlässlicher Gradmesser für neue Entwicklungen im Tourismus.
Auch in diesem Jahr lag der Fokus weniger auf neuen Reisezielen, als auf der Frage, wie gereist wird. Besonders fällt ins Auge: Klassische Rundreisen haben sich verändert, vor allem in kleineren Gruppen.
Organisierte Reisen bleiben sehr gefragt. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Reisegäste. Statt großer Reisegruppen rücken Konzepte in den Fokus, die mehr persönliche Nähe, Ruhe und Flexibilität versprechen. Viele Reiseveranstalter reagieren darauf mit bewusst kleineren Gruppengrößen und differenzierteren Angeboten.
Kleinere Reisegruppen sorgen für Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben
Der Trend zu kleineren Reisegruppen ist weniger eine Abwendung von organisierten Reisen als eine Differenzierung. Viele Reisende schätzen weiterhin Struktur, inhaltliche Dichte und Planungssicherheit, wünschen sich aber zugleich mehr Raum für ein intensiveres Erlebnis und für Begegnungen, die „zwischen Programmpunkten“ entstehen. In einer überschaubaren Gruppe kommt man oft schneller ins Gespräch, das Gemeinschaftsgefühl entwickelt sich leichter und die Zeit lässt sich unterwegs bewusster auf Programmpunkte und Pausen verteilen, ohne dass der rote Faden verloren geht.
Persönliche Nähe zum Reiseleiter
In kleinen Gruppen rückt der Reiseleiter vom „Rednerpult“ an die Seite der Gäste. Er spricht nicht durch das Mikrofon in die letzte Reihe, sondern teilt Eindrücke auf Augenhöhe. Fragen entstehen im Moment und werden genau dort aufgegriffen, wo Neugier entsteht: am Rand einer Ausgrabungsstätte, beim Blick über eine Fjordlandschaft oder zwischen Gassen einer Altstadt. Aus Vortrag wird Gespräch. Aus Zuhörern werden Mitreisende.
Gerade weil viele Reiseleiter im jeweiligen Land leben, gewinnt dieser Austausch zusätzlich an Wert. Sie erzählen nicht nur Fakten, sondern Geschichten. Sie nennen nicht nur Baujahre, sondern ordnen sie ein. Wer spontan nachfragt, bekommt oft mehr als eine Antwort – er erhält Einblicke in Alltag, Mentalität und Hintergründe, die in keinem Reiseführer stehen. So entsteht ein anderes Reisegefühl: intensiver, persönlicher und näher dran. Man hört nicht nur zu, man versteht. Man sieht nicht nur, man begreift. Und genau dadurch geht die Reise am Ende nicht nur durch verschiedene Länder, sondern ein Stück weit auch unter die Haut.
Ein Gefühl von „Business Class“ dank kleinerer Reisegruppen
Wie sich dieser Trend konkret umsetzen lässt, zeigen große Reiseveranstalter wie Studiosus oder Gebeco, aber auch regionale Anbieter wie etwa Hauser-Reisen aus Rottweil.
„Den Trend zu kleineren Gruppen können wir durchaus bestätigen. Wir haben gezielt darauf mit einer neuen Produktlinie reagiert – das Konzept heißt ‚ErlebnisPlus‘. Viele unserer Gäste möchten heute weniger abhaken, sondern intensiver wahrnehmen: Reisen, die persönlicher sind, ruhiger und näher am Reiseziel – ohne dabei auf Qualität, Organisation oder Komfort zu verzichten. Es geht um authentische Erlebnisse, gemeinsame Erfahrungen mit Gleichgesinnten, nette Gespräche und Begegnungen vor Ort – grundsätzlich um Reisen, die weniger von festen Abläufen bestimmt sind“, so Axel Keller, Geschäftsführer von Hauser-Reisen.
Ein weiterer Vorteil der kleineren Gruppengröße: Im Reisebus bleibt jeder dritte Sitzplatz frei. So hat jeder Gast mehr Raum für sich und bleibt dennoch Teil der Gruppe. Die Teams von Hauser beobachten, dass viele diesen Komfort anfangs kaum bewusst registrieren. Nach kurzer Zeit berichten sie jedoch, das Reisen fühle sich insgesamt entspannter an. Der Effekt lässt sich mit einem Business-Class-Sitz vergleichen – weniger wegen der Ausstattung als wegen des zusätzlichen persönlichen Freiraums. Entscheidend ist vor allem der freie Platz nebenan: ohne Aufpreis, anders als in einer echten Business Class.
Von Marokko bis nach Norwegen
Wie sehr dem Unternehmen das Thema „Kleine Gruppe. Großes Erlebnis.“ am Herzen liegt, zeigt sich auch im eigens dafür produzierten Magazin. Hauser widmet diesem neuen Konzept eine Ausgabe im „Reisetipp“ – einem Magazin, in dem Neuigkeiten und Besonderheiten am Reisemarkt vorgestellt werden. Darin hebt Hauser den besonderen Charakter kleiner Gruppen hervor: Die Routen und Reiseinhalte bleiben bewusst vertraut und bewährt, zugleich wird das Format durch die geringere Gruppengröße neu akzentuiert. Maximal 28 Gäste sorgen bei einer klassischen Rundreise für mehr persönlichen Raum und eine ruhigere Dynamik. Die Spannweite der Reisen reicht dabei von Skandinavien bis Nordafrika. Wer sich näher informieren möchte, findet Informationen zum Konzept und eine Übersicht aller Reisen online im Reisetipp.