Ab ins weiße Vergnügen: Bei traumhaftem Wetter und herrlichen Skipisten. Foto: AP/dpa/Gabriele Facciotti

Europas schneesicherste Skigebiete: Wo liegt tatsächlich zuverlässig Schnee? Hier sind die Orte, die auch in schneearmen Wintern regelmäßig „Ski und Rodel gut“ melden.

Obergurgl - Das wäre der Albtraum für jeden Skifahrer: nach dem komplett ausgefallenen Urlaub im vergangenen Winter diesmal den Skiurlaub an grünen Hängen zu verbringen. Weil die Winter immer wärmer werden, gerät die Quartierwahl zunehmend zur Schneelotterie. Doch ein bisschen kann man seinem Glück durchaus nachhelfen: Wir haben aus den Schneeberichten der vergangenen Jahre die sichersten Skireviere der Alpen zusammengestellt.

 

Österreich: Obergurgl

Ein watteweiß verpackter Kirchturm unterm Alpenhauptkamm und rundherum ein Dutzend Hotels: Das 1930 Meter hoch gelegene Dörfchen Obergurgl im hintersten Ötztal besitzt das schneesicherste Skigebiet der Alpen. Ganze 165 Tage surrten dort in den vergangenen Wintern durchschnittlich die Skilifte – von der dritten Novemberwoche bis Anfang Mai. Das ergibt eine Auswertung der alpinen Schneeberichte der vergangenen zehn Jahre.

Österreich: Ischgl

Bedenkenlos buchen kann man danach auch in den österreichischen Pistenparadiesen von Ischgl mit 160 Tagen Liftbetrieb, Obertauern mit 158 Tagen und am Arlberg mit 155 Pistentagen.

Schweiz: St. Moritz, Davos, Saas Fee

Ähnliche Schneefixsterne hat die Schweiz mit ihren Nobelorten Zermatt (150 Pistentage), St. Moritz und Davos (je 145 Tage) sowie Saas-Fee (149 Tage) zu bieten. In Frankreich rangieren bei der Schneesicherheit ganz oben Tignes (153 Tage), Argentière bei Chamonix (146 Tage) und Val Thorens (160 Tage).

Italien: Livigno, Madesimo

In Italien liegt das zollfreie Livigno mit 150 Pistentagen an der Spitze in Sachen Schneesicherheit. Es folgen das kleine Madesimo am Splügenpass (148 Tage) sowie die Südtiroler Gebiete Rotwand/Sexten und Kronplatz (je 145 Tage).

Österreich: Tirol

Skiurlauber auf der Suche nach einem kleineren, familiären Ort mit viel Schnee werden in Tirol fündig: im Kühtai ebenso wie auf der Axamer Lizum bei Innsbruck (je 138 Tage) und im preisgünstigen Defereggental in Osttirol, wo im Schnitt der vergangenen Jahre sogar 140 Tage Pistenfreuden möglich waren.

Österreich: Vorarlberg

In Vorarlberg trumpfen Warth/Schröcken mit 155 und Damüls/Faschina mit 145 Skitagen pro Saison auf. In Südtirol empfiehlt sich das Bergsteigerdorf Sulden mit 148 Skitagen pro Jahr, in der Schweiz Andermatt und das kinderfreundliche Grächen (je 140 Tage).

Deutschland: Allgäu und Bayerischer Wald

Die Auswertung der Schneeberichte der vergangenen Jahre macht deutlich: Wirkliche Schneesicherheit gibt es erst ab 1800, in klimatischen Ausnahmefällen ab 1500 Meter Seehöhe. Da können auch Schneekanonen nicht zaubern. Selbst mit ihrer Hilfe sind Garmisch-Partenkirchen (110 Tage) und Kitzbühel (120 Tage) keine sicheren Osterwinterziele geworden. Und in Südtirol hat man außerhalb des Hochwinters regelmäßig das zweifelhafte Vergnügen, auf einem schmalen weißen Band über die grünen Almen zu fahren.

Ohne die flächendeckend aufgestellten Beschneiungsanlagen sähe es in den kleineren deutschen Gebieten wintersportlich sowieso schlecht aus. Die Tiroler Enklave Jungholz im Allgäu, die Skischaukel Ofterschwang-Gunzesried und das Zweiländergebiet Oberstdorf/Kleinwalsertal schaffen mit ihrer Hilfe immerhin je 115 Lifttage von Mitte Dezember bis Mitte April, am Nebelhorn meist noch eine Woche länger. Oft sogar schon Ende November sind die Lifte im Allgäuer „Schneeloch“ Obermaiselstein/Grasgehren geöffnet.

Vergleichsweise gut mithalten können dank der künstlichen Frau Holle inzwischen auch einige Mittelgebirgsregionen. Der Arber im Bayerischen Wald und der Feldberg im Schwarzwald hatten zuletzt regelmäßig 115 Tage Liftbetrieb, sogar das Sauerland kam auf 110 Tage.

Gletscherskigebiete

Ein Tipp für ganz vorsichtige Planer sind die rund 20 Gletscherskigebiete in den Alpen: In Hintertux, am Stubaier Gletscher, am Rettenbachferner bei Sölden und am Kitzsteinhorn, am Theodulgletscher über Zermatt oder im Schnalstal in Südtirol wedeln die Unermüdlichen auch noch im Mai über den sonnenglitzernden Firn.

Ein Vergnügen ist das freilich auch nicht immer: Im Dezember kann es da oben grimmig kalt werden, und bei Schlechtwetter bleibt man eh besser gleich im Tal.

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