E-Mountainbikes sind beliebt und eignen sich für Berg-und-Tal-Fahrten. Foto: Adobe Stock/Wayhome Studio

In hügeligem Gelände wie etwa rund um Stuttgart macht eine elektrische Unterstützung das Radfahren deutlich bequemer. Wir geben Antworten auf wichtige Fragen rund ums E-Bike und seine Anschaffung.

Stuttgart - Gerade in Stuttgart sind längere Strecken in der Regel mit Steigungen verbunden. Und die machen Mühe – weshalb man schnell ins Schwitzen gerät. Das wiederum ist am Arbeitsplatz wenig angenehm. Ein Ausweg ist ein E-Bike: Dank der Elektrounterstützung kommt man nicht nur flott, sondern auch vergleichsweise mühelos voran.

 

Was spricht für einen Elektroantrieb?

Verkehrsstaus gibt es mit E-Bikes praktisch keine – und um einen Parkplatz muss man sich auch nicht sorgen. Somit ist man, je nach Streckenlänge und Verkehr, oft schneller als mit öffentlichen Verkehrsmitteln und manchmal auch nicht viel langsamer als mit dem Auto am Ziel. Hinzu kommt, dass Radfahren für Bewegung sorgt – und die ist gerade für Menschen mit sitzender Berufstätigkeit wichtig für die Gesundheit.

Wie entwickelt sich die Elektromobilität beim Fahrrad?

Pedelecs – also Räder, bei denen der Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde den Pedaltreter unterstützt – werden immer beliebter. Knapp eine Million E-Bikes wurden im vergangenen Jahr bundesweit verkauft, wie der Zweirad-Industrie-Verband ZIV dieser Tage berichtete. Ihr Anteil am gesamten Fahrradmarkt liegt damit bereits bei 23,5 Prozent – Tendenz ungebrochen steigend. Interessanterweise sind ein Viertel der verkauften Elektroräder E-Mountainbikes. Die schnellen S-Pedelecs mit einer Tretunterstützung bis zu 45 Kilometer pro Stunde sind mit einem Anteil von nicht einmal 0,5 Prozent nach wie vor wenig beliebt.

Worauf sollte man beim Kauf eines E-Bikes achten?

„Wichtig ist, dass das Fahrrad zu einem passt“, rät Michael Lausterer, der die E-Bike-Szene von Anbeginn an kennt und in der Stuttgarter Reinsburgstraße das Fahrradgeschäft E-Radwerk betreibt. „Es gibt verschiedene Menschen und ihre Vorstellungen – und verschiedene Modelle und Motoren“, erläutert der Experte. „Deshalb sollte man grundsätzlich verschiedene Räder Probe fahren: Manche haben viel, manche weniger Kraft.“ In Stuttgart sind wegen der vielen Steigungen die Vorlieben allerdings eindeutig: Da macht ein stärkerer Motor einfach mehr Spaß.

Welchen Antrieb sollte man wählen?

Es gibt mehrere Antriebskonzepten – von dem im Pedalbereich eingebaute Mittelmotor bis zum Antrieb in der Radnabe. Experten raten inzwischen zum Mittelmotor. Auch die Stiftung Warentest hat bei ihrem letzten großen Test, veröffentlich im Juniheft 2018, nur dieses Konzept getestet, das mit einem niedrigen Schwerpunkt punkten kann. Empfohlen werden oft die Antriebseinheiten von Bosch und Shimano – wobei, so erläutert Michael Lausterer, Shimano zwar etwas teurer sei, aber einen richtigen Freilauf habe: „Das Rad fährt dann leichter, so dass man auf der Ebene den Antrieb oft ausschalten kann und dann mit einer Akkuladung weiter kommt.“

Wie steht es mit der Reichweite?

Wie weit man mit einer Akkuladung kommt, hängt entscheidend vom Streckenverlauf und vom Fahrverhalten ab. Entlang eines bequemen Radwanderwegs entlang eines Flusstals kommt man naturgemäß weiter als im hügeligen Gelände. Und wer gerne die höchste Tretunterstüzung wählt, muss sich über eine geringe Reichweite nicht wundern. Allerdings haben auch die einzelnen Modelle konstruktionsbedingt unterschiedlichen Strombedarf: Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr bei ihren zwöf getesteten E-Bikes Reichweiten zwischen 61 und 87 Kilometer ermittelt – unter identischen Prüfstandbedingungen für Fahrten mit gelegentlichen Anstiegen und dauerhafter mittlerer Motorunterstützung bei einer Akkukapazität von 500 oder 468 Wattstunden.

Welchen Akku soll man kaufen?

Bei den schweren Elekrorädern macht es nur sehr begrenzt Spaß, ohne elektrische Unterstützung auch nur eine leichte Steigung hinaufzufahren. Deshalb ist es empfehlenswert, eine stets ausreichende Stromreserve im Akku zu haben. Daher sollte man sich schon beim Kauf gut überlegen, ob man nicht gleich eine höhere Kapazität mit 500 Wattstunden und damit eine größere Reichweite wählt: „Beim kleineren Akku spart man zunächst 200 Euro – doch oft stellt sich nach dem ersten Jahr heraus, dass man damit nicht weit genug kommt. Und dann muss man eben 800 Euro zusätzlich hinlegen“, weiß Michael Lausterer aus Erfahrung. Nachfragen sollte man auch nach der Ladezeit: Wenn diese mehr als sechs Stunden beträgt, wird es bei einer längeren Radtour schwierig mit dem effektiven Zwischendurch-Aufladen während der Mittagspause.

Mit welchen Preise muss man rechnen?

Gute Qualität hat natürlich ihren Preis, der bei Marken-E-Bikes deutlich jenseits der 2000-Euro-Grenze liegt. Dafür kann man gute Qualität erhalten: Beim Test 2018 vergab die Stiftung Warentest für Trekking-Pedelecs zwischen 2000 und 2900 Euro sechsmal die Note „gut“, zweimal gab es „befriedigend“ und dreimal „ausreichend“. Das Modell Raleigh Stoker 9 erhielt wegen elektrischer Mängel „mangelhaft“. Höherwertige Modelle kosten indes meist mehr als 3000 Euro. Zudem lassen sich die Kosten mit neuen Technik-Schmankerl leicht weiter nach oben treiben: So hat Bosch jetzt ein ABS-System entwickelt, mit dem sich das Rad auch auf lockerem Untergrund recht sicher bremsen lässt.

Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus?

Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan – die Konstruktionen sind besser geworden. Nach 10 000 Kilometer haben die Akkus meist noch eine ordentliche Kapazität. Insgesamt kamen bei der Stiftung Warentest im 20 000-Kilometer-Dauertest die elektrischen Trekkingräder „insgesamt passabel“ weg.