Typische Aufgabe für den Bauhof: Nach dem Winter müssen die Frostschäden in den Straßen ausgebessert werden. Foto: dpa

Jahrelang haben die Gemeinden Reichenbach und Hochdorf in Sachen Bauhof gemeinsame Sache gemacht. Jetzt lohnt sich der Zweckverband nicht mehr, heißt es.

Weil sie keinen neuen Wassermeister finden konnten, haben Reichenbach und Hochdorf die technische Wasserversorgung an die Stadtwerke Esslingen übertragen. Damit fällt der größte Geschäftsbereich für den gemeinsamen Zweckverband Bauhof weg. Nun soll dieser aufgelöst werden.

 

Die beiden Gemeinderäte haben der Auflösung zugestimmt, damit endet die Zusammenarbeit von der man sich eigentlich kostensparende Synergieeffekte erhofft hatte. In einer gemeinsamen Vorlage für die Gemeinderäte heißt es: „Beide Verwaltungen sind zum Ergebnis gekommen, dass ein gemeinsamer Bauhof mit der vorhandenen Struktur die künftige Aufgabenerfüllung nicht mehr wirtschaftlich erfüllen kann.“

Räum- und Streudienst im Winter, Grünpflege im Sommer

Ein bedeutender Geschäftsteil mit einem bedeutenden Finanzierungsanteil fehlt seit geraumer Zeit beim Zweckverband seit die Verantwortung für die Wasserversorgung in den beiden Gemeinden an die Esslinger übertragen wurde. Die Umsatzerlöse beim Zweckverband betrugen im Jahr vor dem Übergang an die Stadtwerke Esslingen immerhin rund 440 000 Euro.

In den Gemeinden sind die Mitarbeitenden des Zweckverbands seit Jahr und Tag bei ihren Arbeiten im öffentlichen Raum zu sehen, wenn sie mit ihren Fahrzeugen und Maschinen im Einsatz sind. Zu ihren Aufgaben zählen der Räum- und Streudienst in den Wintermonaten, die Nahwärmeversorgung sowie die Landschafts- und Grünpflege.

Die Stadtwerke Esslingen kümmern sich um die Technik bei der Wasserversorgung

Die Aufgaben rund um die Wasserversorgung haben die beiden Kommunen in zwei Schritten aus der Hand gegeben. Es begann 2021, als die Stadtwerke Esslingen zunächst die Aufgaben des ausgeschiedenen Wassermeisters per Vertrag über die technische Betriebsführung übernahmen.

Und da die Stelle des Wassermeisters trotz mehrfacher Ausschreibung nicht wiederbesetzt werden konnte, ging 2024 die komplette technische Betriebsführung der Wasserversorgung von Hochdorf und Reichenbach an die Esslinger Stadtwerke über. Die fehlende Wiederbesetzung im Zweckverband wird mit dem Fachkräftemangel begründet. Nun wird die Dienstleistung also eingekauft, was Reichenbach nach Aussage des Hauptamtsleiters Siegried Häußermann pro Jahr rund 144 000 Euro kostet.

In Hochdorf stehen Fahrzeuge des Bauhofs bereit für den Einsatz. Foto: privat

Die gemeinsame Bauhofgeschichte begann 2004 und der damalige Hochdorfer Bürgermeister Roland Erhardt übernahm den Vorsitz. Der Sitz des Zweckverbandes ist in Hochdorf.

Neben den Schulden sollen auch die Personalstellen aufgeteilt werden

Nun soll also abgewickelt werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigten des Zweckverbands, die bei der Auflösung des Verbands von den beiden Gemeinden übernommen werden sollen, das regelt die Verbandssatzung. Insgesamt arbeiten 18 Personen beim Zweckverband, wo sie sich auf 16,5 Stellen verteilen. „Die Aufteilung der Stellen erfolgt im Verhältnis der Einwohnerzahl: circa 10,5 Stellen gehen nach Reichenbach und circa sechs Stellen nach Hochdorf“, erklärt der Hauptamtsleiter Häußermann.

Schließlich sollen noch die Geräte und Vermögensgegenstände von einem unabhängigen Dienstleister bewertet und von den beiden Gemeinden zum Marktwert erworben werden. Außerdem sollen die Schulden in Höhe von 600 000 Euro aufgeteilt werden.