Automobil- und Maschinenbau sind das Rückgrat der regionalen Wirtschaft – stehen aber vor einer ungewissen Zukunft. Darauf regiert der Verband Region Stuttgart beim Beschluss des Haushalts für das Jahr 2025.
Knapp eine halbe Milliarde Euro steht dem Verband Region Stuttgart (VRS) für das kommende Jahr zur Verfügung. Auf dieses Haushaltsvolumen hat sich die Regionalversammlung gegen die Stimmen der AfD verständigt. Durch fast 100 Änderungsanträge der Fraktionen ist der Etat um knapp eine Million Euro angewachsen.
Einen Haushalt „mit Augenmaß und Verantwortung“ hat Regionaldirektor Alexander Lahl das Zahlenwerk genannt. Man dürfe die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden im Verbandsgebiet, zu dem die Stadt Stuttgart und die Kreise Ludwigsburg, Rems-Murr, Esslingen, Göppingen und Böblingen gehören, nicht aus dem Blick verlieren. Die dort erhobene Umlage zur Finanzierung der Region steigt um 13,3 Prozent auf nun 32,4 Millionen Euro. Die Verkehrsumlage hingegen sinkt um 5,5 Prozent auf 67,75 Millionen Euro.
Ein besonders Augenmerk will die Region mit ihrem Haushalt auf die Veränderungen in der Wirtschaft legen. Mit einem Förderprogramm sollen die Bereiche Gesundheits-, Medizin- und Biotechnologie vorangetrieben werden. Auch das Thema Digitalisierung soll ein stärkeres Gewicht bekommen.
Bekenntnis zur S-Bahn
Der Regionalverband ist als sogenannter Aufgabenträger für den S-Bahn-Verkehr verantwortlich. Das lange Zeit als Rückgrat der Mobilität apostrophierte System hat in den zurückliegenden Jahren allerdings Schwächen gezeigt. Erst zum jüngsten Fahrplanwechsel kehrte man zum eigentlich vereinbarten Umfang des 15-Minuten-Taktes zurück, nachdem der im Jahr zuvor reduziert worden war, um das System zu stabilisieren. Man investiere „weiter in den verantwortungsvollen Ausbau und in die Modernisierung der S-Bahn“, hieß es nach Verabschiedung des Haushalts beim Regionalverband.
Nahverkehrsstrategie auf dem Prüfstand
Der sogenannte ÖPNV-Pakt, eine 2014 zwischen dem Land, dem Regionalverband, der Stadt Stuttgart und den damals zum Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) gehörenden Landkreisen verabredete Strategie zur Weiterentwicklung des Nahverkehrs, soll gut zehn Jahre nach seiner Entstehung daraufhin abgeklopft werden, was sich bewährt habe und wo nachgebessert werden muss.