Die Regionalversammlung hat den ehemaligen Europa-Politiker der CDU zum neuen Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart gewählt – mit breiter Mehrheit.
Der Nachfolger für Thomas Bopp ist gefunden: Bereits im ersten Wahlgang hat die Regionalversammlung Stuttgart den ehemaligen Europaabgeordneten Rainer Wieland (CDU) zum neuen Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart gewählt. Die CDU war aus der Regionalwahl Anfang Juni als Gewinner hervorgegangen, hatte knapp 30 Prozent der Stimmen erhalten und sich damit auch das Vorschlagsrecht für den Verbandsvorsitz gesichert.
Insgesamt gehören der neuen Regionalversammlung 92 Vertreterinnen und Vertreter der Landeshauptstadt sowie der fünf angrenzenden Kreise Ludwigsburg, Esslingen, Böblingen, Rems-Murr und Göppingen an. Der 67-Jährige erhielt von 79 der 88 anwesenden Regionalräte ein Ja. Damit ist klar, dass Wieland auch ohne die Unterstützung der AfD-Regionalräte im Gremium die absolute Mehrheit der Stimmen erhielt. Als Stellvertreter wählte die Regionalversammlung Ingrid Grischtschenko (Grüne) und Rainer Gessler (Freie Wähler).
Wieland betont Bedeutung der Wirtschaft
In seiner Bewerbungsrede betonte Wieland die Bedeutung der Wirtschaft für die Region Stuttgart: „Nur eine Wirtschaft, die mit ihren Menschen im Wandel, durch den Wandel und nach dem Wandel wettbewerbsfähig bleibt, bietet zukunftssichere Arbeitsplätze und schafft mit ihrer Wertschöpfung die Voraussetzung für eine ambitionierte Politik, die Leben, Wohnen und Arbeiten in einer Balance hält, die unsere Region attraktiv macht“, sagte Wieland.
Als eine wichtige Aufgabe für die kommenden fünf Jahre nannte Wieland es, gewerbliche Leerstände sinnvoll zu nutzen. Ihm schwebt vor, solche Flächen Gründern zugänglich zu machen und auf diese Weise einen leistungsfähigen Biotopverbund für Start-ups zu schaffen.
Langjähriger Freund von Günther Oettinger l
Auch eine AG „Innovatives nachhaltiges und kostengünstiges Bauen“ regt er an, in der Wissenschaftler, Handwerker und Planer gemeinsam zukunftsweisende Projekte entwickeln könnten. Er könne sich vorstellen, dieses Thema „sichtbarer im IBA-Prozess mit an Bord zu nehmen und über 2027 hinauszuführen“, erklärte er.
Rainer Wieland gehörte bereits dem ersten, 1994 gewählten Regionalparlament an. Dennoch hat der langjährige Freund und enge Verbündete von Günther Oettinger in der Regionalversammlung bisher keine große Rolle gespielt. Denn bereits 1997 ereilte ihn der Ruf aus Europa. Seit 2000 war Wieland einer der zwölf Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments.
Bopps große Fußstapfen
Er tritt in große Fußstapfen – das ist Wieland bewusst. Sein Vorgänger Thomas Bopp hat sich 17 Jahre lang mit immensem persönlichem Einsatz für die Interessen der Region eingesetzt. Bopp hätte seine Arbeit gerne fortgesetzt, war aber bekanntlich Opfer eines parteiinternen Machtkampfes der Stuttgarter CDU geworden und von seiner Partei nicht mehr für das Regionalparlament nominiert worden.
Der Europa-Fan Rainer Wieland
Politik
Von 1975 bis 1980 war Wieland (Jahrgang 1957) Ortsvorsitzender der Jungen Union Gerlingen (Kreis Ludwigsburg). Zehn Jahre später wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungen Union gewählt. Seit 1993 ist er Kreisvorsitzender der CDU Ludwigsburg. Von 1994 bis 1998 saß er im Ludwigsburger Kreistag. Ebenfalls 1994 ließ er sich in die Regionalversammlung Stuttgart wählen. Dieser gehört er nun seit 30 Jahren an.
Persönliches
Rainer Wieland ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Rechtsanwalt, hat seine Tätigkeit, die er nun wieder teilweise aufnehmen will, für sein Europaengagement seit 1999 ruhen lassen. hol