Der Rasen wurde frei gegeben und SGV-Coach Kushtrim Lushtaku stellt sich auf ein schwer bespielbares Geläuf ein. Foto: Baumann

Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku geht in einer merkwürdigen Hinsmit neuem Mut in das Top-Duell der Regionalliga Südwest gegen den FSV Frankfurt.

Kushtrim Lushtaku kann sich nicht erinnern, dass seine Spieler schon einmal so gefeiert haben in dieser Runde, wie nach dem 2:1 am vergangenen Sonntag beim SC Freiburg II. „Nicht mal unsere neun Siege in Serie haben so eine Euphorie ausgelöst bei den Jungs“, beschreibt der Trainer des Regionalligisten SGV Freiberg die Szenen aus der Kabine im Breisgau. Acht Spiele hatten die Seinen davor nicht mehr gewonnen. Der Sieg wirkte wie ein Brustlöser und trug die Mannschaft auch durch die Woche. Der Trainer erzählt von einer fröhlichen, lockeren Stimmung bei den Trainingseinheiten.

 

Der SGV Freiberg hatte sich mit dem Dreier die Tabellenführung zurückgeholt, die der kommende Gegner FSV Frankfurt nach seinem 1:0 Sieg am Freitagabend gegen den SV Sandhausen für einige Stunden erobert hatte. An dieser Konstellation soll sich auch nichts ändern, wenn sich Freiberg und Frankfurt am Samstag (14 Uhr) am Wasen zum Top-Duell der Regionalliga treffen. Nach dem 6:0 im Freitagspiel gegen Astoria Waldorf ist Nachbar SG Sonnenhof Großaspach vorerst Erster.

Partie stand wegen schlechten Zustand des Rasens auf der Kippe

Die Partie in Freiberg stand kurz auf der Kippe: Der eh schon gestresste Rasen im Stadion hat wegen des zwischenzeitlichen Frostes und der nun wieder wärmer werdenden Temperaturen weiter gelitten. Inzwischen sind die Wasserpfützen weg und das Geläuf wurde am Freitagnachmittag nach Besichtigung der Platzkommission freigegeben. Beide Teams werden sich dem Untergrund anpassen müssen. Auch Kushtrim Lushtaku geht davon aus, dass die Partie stark vom Kampf und von zweiten Bällen geprägt sein wird.

Die Gäste aus dem Stadtteil Bornheim sind seit fünf Spielen ohne Niederlage mit vier Siegen und einem Remis. Das Team von Chefcoach Tim Görner hat es in den vergangenen Monaten geschafft, ansehnlichen und erfolgreichen Fußball in Einklang zu bringen. Das beeindruckt Kushtrim Lushtaku nur bedingt. Das hat nichts mit mangelndem Respekt für den Gegner zu tun, sondern mit dem wieder gefundene Selbstwertgefühl seiner Formation und der 3:1-Erfolg im Hinspiel bei den Hessen. „Das war mit das beste Spiel von uns in dieser Runde“, sagt der Freiberger Coach. Und daran will seine Elf anknüpfen. Lushtaku wird wohl auf die erfolgreiche Startformation von Freiburg setzen. Gefreut hat ihn dabei auch der Treffer zum 1:0 durch Meghon Valpoort, der den Vorzug vor Gal Grobelnik bekommen hatte. „Er ist ein Stürmer, den man in die Tiefe schicken kann, und wenn er zum Abschluss kommt, dann trifft er“, sagt der Coach, der als Primus in die Weihnachtspause gehen will.

Freiberg wird die unterschiedlichen Serien analysieren

Frankfurts Trainer Tim Görner will ebenfalls zurück an die Spitze, weiß aber, was ihn in Freiberg erwartet. „Da muss bei uns einiges zusammenkommen, wenn wir auch Freiberg schlagen wollen“, sagt Görner. Da haben also zwei Teams Lust auf die Tabellenführung über die Weihnachtspause hinweg. Davor liegen noch zwei Spiele. Nach dem Duell gegen den FSV folgt für den SGV noch eine Partie beim abgeschlagenen Schlusslicht Schott Mainz. Danach haben die Verantwortlichen Zeit, die erfreulichen, aber auch merkwürdigen 20 Spieltage zu analysieren. Nach einer verrückten Serie mit neun Siegen und einem Startrekord, riss Ende September der Faden und es folgten acht Begegnungen in Folge ohne Erfolg. Beide Phänomene sind rätselhaft und schwer zu erklären.

Jetzt wollen die Freiberger die in Freiburg gestartete Mini-Serie mit einem Sieg gegen den FSV Frankfurt fortsetzten. Mal schauen, was die Glücksgefühle an der Dreisam für den Auftritt am Neckar freigesetzt haben.