Der SGV Freiberg ist für Sportdirektor Dieter Gerstung eine Herzensangelegenheit. Foto: Baumann

Freibergs Sportdirektor Dieter Gerstung beneidet Derby-Gegner Stuttgarter Kickers um dessen Fankultur und hofft künftig auf mehr Zuschauerzuspruch in Heilbronn.

Wenn man Freibergs Sportdirektor Dieter Gerstung fragt, um was er die Stuttgarter Kickers beneidet, fällt ihm sehr schnell ein Thema ein. „Die Fankultur bei den Blauen als Traditionsverein ist überragend. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns“, sagt der 57-Jährige vor dem Duell am Ostermontag (14 Uhr) im Wasenstadion.

 

So rosig sich die sportliche Welt der Freiberger als Tabellenführer der Regionalliga Südwest darstellt, so frustrierend ist seit Jahren der zurückhaltende Zuspruch des Anhangs bei den Heimspielen. In der kommenden Spielzeit wird der Klub seine Begegnungen im Heilbronner Frankenstadion ausrichten – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Gerstung rechnet dort mit deutlich mehr Unterstützung, vor allem, wenn der Aufstieg gelingen sollte. „Das Unterland sehnt sich nach höherklassigem Fußball. Aber wir werden auch dort Zeit benötigen, ehe sich etwas entwickelt“, sagt er. Der Sportdirektor muss es wissen, er kennt das Umfeld, schließlich lebt er seit Jahren in Bad Friedrichshall.

Sportdirektor Dieter Gerstung setzt künftig auf mehr Zuschauer für den SGV Freiberg im Heilbronner Frankenstadion. Foto: Werner Kuhnle

Im Januar kehrte Gerstung zum SGV Freiberg zurück. „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen“, sagt er. Nach dem unglücklichen Intermezzo beim FC 08 Homburg, als er nach sechs Monaten freigestellt wurde, weiß er das ruhige Umfeld beim SGV Freiberg zu schätzen. „Hier kann ich meine Ideen, meine Philosophie einbringen und das Präsidium nimmt keinen massiven Einfluss auf meine Arbeit“, sagt er.

Acht Spieltage liegen jetzt noch vor dem Verein und der Erfüllung eines ganz großen Traums – 3. Liga. Die nächste Hürde auf diesem Weg heißt Stuttgarter Kickers. Wenn Gerstung auf die sportliche Situation blickt, dann möchte er natürlich nicht mit dem Gegner tauschen, der als Sechster 13 Zählern Rückstand auf den Tabellenführer aufweist und nichts mehr mit dem Titelrennen zu tun haben wird. „Aber die Rivalität ist groß und natürlich wollen uns die Kickers gerne ärgern“, sagt Gerstung.

Diesmal will man sich nicht von den Kickers ärgern lassen

Wie man das macht, hat die 1:3-Pokalniederlage der Freiberger im Viertelfinale auf der Waldau gezeigt. „Wir müssen an die gute erste Halbzeit anknüpfen, wenn wir gewinnen wollen“, sagt Gerstung, der mit einem Team die sportliche und strategische Ausrichtung vorantreibt. Beim Team soll es anders als in den Vorjahren keinen kompletten Umbruch geben. „Die Spieler hätten sich das auch verdient. Aber natürlich soll es noch Verstärkungen geben“, sagt er. Parallel wird auch nach Personal abseits des Platzes gefahndet, denn in der 3. Liga müsste der Klub dann sechs festangestellte Mitarbeitende aufweisen – beispielsweise einen Sicherheitsbeauftragten und einen Pressesprecher. Noch befindet sich der Verein in einem Schwebezustand. Ein Sieg gegen die Kickers wäre hilfreich. Dieter Gerstung rechnet im Derby mit 2000 Zuschauern. Das wäre dann schon ein kleiner Vorgeschmack, vor welcher Kulisse man in der 3. Liga spielen könnte