Im Stuttgarter Nahverkehr – hier die Zahnradbahn – wird es von 2019 an nur noch eine Zone geben. Doch gibt es auch eine Reform in den Kreisen rund um Stuttgart? Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Zum 1.1.2019 soll es in Stuttgart nur noch eine Tarifzone im VVS geben. Und was passiert in den Kreisen? Fallen nur die Sektoren weg oder werden auch Ringe zusammengelegt? Darüber diskutierte das Regionalparlament.

Stuttgart - Ohne formalen Beschluss hat die Regionalversammlung am Mittwoch über die Tarifzonen im VVS debattiert. Einig waren sich alle darin, dass eine Verringerung und Vereinfachung angestrebt werden soll. Über das Ausmaß – nur Wegfall der Sektoren oder gar Aufhebung von weiteren Zonen in den Kreisgebieten – und deren Finanzierung soll nun in einer vom VVS geleiteten Arbeitsgruppe mit der Stadt Stuttgart, den Kreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie dem Verband Region Stuttgart diskutiert werden. Ziel ist es, dass die Neuregelung zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt.

Eonheitszone in Stuttgart ab 2019

Schon sicher ist, dass es zu diesem Zeitpunkt im Stadtgebiet Stuttgart nur noch eine statt wie heute noch zwei Zonen geben wird. Der Fahrpreis soll sich an dem für eine Zone orientieren. Die damit verbundenen Fahrgeldausfälle in Höhe von rund 14,3 Millionen Euro wird die Stadt Stuttgart übernehmen. Dies haben die Fraktionen im Gemeinderat bereits angekündigt, auch OB Fritz Kuhn steht hinter dem Plan.

Allerdings würde diese Einzonenregelung nur für Fahrten innerhalb Stuttgarts gelten. Wer von außen als Pendler nach oder durch Stuttgart fährt, für den würden weiterhin zwei Zonen berechnet. Zugleich wird in den Außenringen 30 bis 70 der Wegfall der Sektoren angestrebt. Das würde mit rund vier Millionen Euro zu Buche schlagen. Das Meinungsbild dazu ist vielfältig.

Die CDU-Fraktion im Regionalparlament akzeptiert die Einheitszone in Stuttgart, sieht den Wegfall der Sektoren aber kritisch. Auch in den Kreisen müsse es weniger Zonen geben, forderte Regionalrat Helmut Noe, der wegen der Finanzierung vor „übertriebenen Erwartungen“ warnte. Auch Frank Buß (Freie Wähler) sagte, es bedürfe noch weiterer Diskussionen, seine Fraktion halte den Wegfall der Sektorengrenzen nur für eine Zwischenlösung.

Die Grünen sprachen sich für den Wegfall der Sektorengrenzen aus. Eine Einzonenregelung nur für Fahrten in Stuttgart lehnte Regionalrat André Reichel aber ab: „Das ist eine Tarifstadtmauer“, sagte er. Man solle erst später die Zusammenlegung der Zonen in Stuttgart für alle VVS-Kunden angehen, wenn grundlegende Finanzierungsfragen geklärt seien. Der Wegfall der Sektoren und die Einzonenregelung nicht nur für alle Fahrten in Stuttgart, sondern auch für die von Waiblingen nach Stuttgart oder weiter bis Böblingen, fordert die SPD. Trotz der Einnahmeausfälle von bis zu 38,5 Millionen Euro müsse dies rasch umgesetzt werden, sagte SPD-Regionalrat Thomas Leipnitz. Dies sei nur ein „erster Schritt hin zu einer großen Tarifreform“.

Noch radikalere Vorschläge machte die FDP-Regionalrätin Gudrun Wilhelm. Sie forderte statt dem „Tarifzonen-Kuddelmuddel“ eine „Flatrate für das ganze Tarifgebiet wie beim Handy ganz ohne Zonen“. Übergangsweise favorisiert die FDP aber eine Zweizonenmodell mit einer Zone in Stuttgart und einer für alle Kreise.

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