Ingrid Schmelzer, die Chefin der Waiblinger Gärtnerei Schmelzer, bestückt die neuen Regiomaten mehrmals täglich mit frischen Produkten von den eigenen Feldern. Foto: Horst Rudel

Rund um die Uhr frische, regionale Produkte: Regiomaten machen es möglich, zum Beispiel a uf dem Hof der Gärtnerei Schmelzer in Waiblingen. Unsere interaktive Karte zeigt die weiteren Automaten im Rems-Murr-Kreis.

Waiblingen - Die meisten Stammkunden haben sich schnell umgewöhnt. Viele der Wiederholungstäter freuen sich, dass sie nun auch noch spät am Abend und Sonntags auf dem Hof der Familie Schmelzer am Ortsrand von Waiblingen-Hohenacker einkaufen können. Doch einige fremdeln noch ein bisschen mit dem Automaten, speziell ältere Damen und Herren. Das Ehepaar zum Beispiel, das soeben mit dem Wagen vorgefahren ist und nun staunend den modernen Apparat begutachtet, der verkehrsgünstig direkt an der Kreisstraße zwischen Hohenacker und Bittenfeld in einer Garage steht.

Am Automaten ist einfaches Einkaufen möglich

„Regiomat“ ist in großen Buchstaben auf dem Gerät zu lesen, das auf den ersten Blick aussieht wie ein übergroßer Kühlschrank. Im Grunde genommen ist ein Regiomat das auch – wenn auch einer mit gläserner Front. Ingrid Schmelzer, die Chefin der Gärtnerei Schmelzer, bestückt den temperierten Apparat mehrmals täglich mit frischen Produkten, die größtenteils aus dem eigenen Anbau sowie von Nachbarbetrieben stammen: mit Salatköpfen und Beeren zum Beispiel, mit Gurken und mit Äpfeln, mit Kartoffeln, Zwetschgen oder zum Beispiel mit gekühlten Getränken für Radfahrer. Das Ehepaar, das eben vorgefahren ist, bekommt ein bisschen Hilfestellung von Ingrid Schmelzers Mutter.

Einkaufen sei ganz einfach. Erstens: Geld einwerfen, der Regiomat gibt Wechselmünzen zurück. Zweitens: das Produkt wählen, also die Kennzahl der gewünschten Ware eintippen, für das Fläschchen Sprudel zum Beispiel die 61. Und schon setzt sich im Regiomat ein kleiner Aufzug in Betrieb, der die Ware zum Ausgabeschacht befördert. Das Innenleben der Regiomaten ist mit Schaumstoff gepolstert, auch die Schachtel mit Eiern wird sanft ausgeworfen. Nun die erworbene Ware mitnehmen und – nicht vergessen – das Restgeld anfordern. Fertig. Man könnte von automatischer Kundenbindung sprechen. Das ältere Ehepaar jedenfalls schaut ganz zufrieden aus. Die beiden kommen bestimmt wieder.

Unsere Karte zeigt, wo man im Landkreis an Automaten einkaufen kann:

Ingrid Schmelzer und ihr Mann Paul Behrens haben kürzlich zwei Regiomaten erworben und dafür einen niedrigen fünfstelligen Betrag ausgegeben. Die Unternehmer sind zuversichtlich, dass sich die Investition langfristig rechnet. Im Vorjahr hatten sie einen Stand mit Selbstbedienungstheke neben der Fahrbahn aufgestellt. Die Kunden konnten einfach zugreifen, mussten das Geld abgezählt in eine Kässchen werfen. Das Bezahlen habe gut geklappt, erzählt Ingrid Schmelzer. Geld habe kaum mal gefehlt. Aber die Ware habe eben nur beim gutem Wetter angeboten werden können. Bei großer Hitze sei das Obst schnell verdorben. Mitunter habe Wind den Stand umgeblasen. Solche Probleme gibt es nicht mehr. Den Hofladen wollen Schmelzer und ihr Gatte weiter betreiben. Es gibt aber Betriebe, die komplett auf den Verkauf mit Regiomaten umgestellt haben und so Personalkosten einsparen.

Eine prima Ergänzung zum Hofladen

Ingrid Schmelzer sagt, das wäre für sie keine Option. „Wir verkaufen auch große Blumensträuße und Kürbisse, die nicht in den Regiomaten passen.“ Die beiden neuen Automaten seien aber eine prima Ergänzung zum Hofladen. Viele Kunden bevorzugten die Waren aus dem Regiomaten. Denn vorher seien das Obst und das Gemüse an der Kreisstraße nah an den Abgasen der vorbeifahrenden Autos angeboten worden. Die Kunden, die auf einem Hof einkaufen, sind gesundheitsbewusst. Kürzlich, erzählt Schmelzer, habe ein Kunde aus Köln auf dem Rückweg vom Elba-Urlaub gezielt auf ihrem Hof Halt gemacht – nur, um Karotten für das Kleinkind zu kaufen. Der Mann habe Station auf einem Nachbarhof in Remseck gemacht. Dort seien ihm die Waren im Regiomaten empfohlen worden.

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