Das Regierungsflugzeug auf Bali – ungeplanter Zwangsstopp. Foto: dpa

Es ist noch keine zwei Monate her, da hat die „Konrad Adenauer“ schon einmal Schlagzeilen gemacht. Auf Bali hatten Nagetiere an der Maschine Gefallen gefunden. Auch damals war Finanzministzer Olaf Scholz betroffen – und handelte nicht gerade kollegial.

Stuttgart - Es ist noch keine zwei Monate her, da hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz schon einmal Probleme mit dem Regierungsflieger „Konrad Adenauer“. Auch damals flog der Minister Linie zurück – und verärgerte einen Großteil seiner Delegation. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat von nichts gewusst. Der Notenbanker wartet geduldig auf Scholz. Beide sollen auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Bali berichten. Weil Scholz nicht erscheint, unterhält sich Weidmann mit den Journalisten und überbrückt die Zeit. Bei den Tagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist es üblich, dass die deutsche Delegation vom Bundesfinanzminister und Bundesbankpräsidenten gemeinsam geleitet wird. Beide sollten sich eng abstimmen. Dass der Minister nicht kommen wird, erfährt Weidmann zeitgleich mit den wartenden Journalisten. Die Überraschung ist perfekt. Scholz ist mit seinen engsten Mitarbeitern Hals über Kopf zum Flughafen Denpasar auf Bali gefahren. Er will so schnell wie möglich zurück in die Heimat.

Nager macht sich am Flieger zu schaffen

Grund für den überhasteten Aufbruch ist eine Panne des Regierungsfliegers. Der Bundeswehr-Airbus A 340 „Konrad Adenauer“ wurde auf einer Abstellposition auf dem Flughafen von einem Nagetier heimgesucht. Ob es sich um einen Marder oder eine Ratte handelte, ist unklar. Das Tier hatte Kabelverbindungen angebissen, sodass die Maschine flugunfähig war. Zu allem Überfluss wurde der Übeltäter auch nicht sogleich gefunden, was den Einsatz von Gift erforderte. Der Flieger, der die Delegation am Samstag zurückbringen sollte, muss wohl für einige Tage am Boden bleiben.

Wie konnte das passieren? Weil zu dem internationalen Finanztreffen viele Regierungsflugzeuge in Denpasar eintrafen, konnte die Bundeswehrmaschine während des zweitägigen Aufenthalts der Deutschen nicht auf dem Airport geparkt werden. Sie wurde auf einen Flugplatz einer Nachbarinsel umgeleitet, wo es mit der Sicherheit nicht zum Besten steht.

Das Führungsteam entschwindet sofort

Für Gesprächsstoff sorgt nun, dass Scholz mit seinem gesamten Leitungsteam das Weite suchte und rasch auf Linienflüge umbuchte. Keine Frage, der Minister musste unbedingt am Sonntag bei der Bayernwahl wieder in Deutschland sein. Die Führungsleute des Ministeriums entschwanden sofort, während ein Dutzend Mitarbeiter unterhalb der Abteilungsleiterebene sehen musste, wie sie nach Deutschland kommen. Dies ist nach dem Ende eines großen Finanztreffens keine ganz einfache Angelegenheit. Zwei Regierungsmitarbeiter kümmerten sich um die Journalisten. Bundesbankchef Weidmann hat die Pressekonferenz allein bestritten. Am Ende stellt er fest: „Ich wünsche viel Spaß beim Buchen der Flüge.“

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