Der Kirchenkreis Stuttgart hat ein Programmheft herausgegeben. Foto: Waltraud Engel

Die Gemeinden planen zum Reformationsjubiläum viele Veranstaltungen.

Filder - Ein Jahr lang nehmen sich die Gemeinden Zeit, Martin Luther und das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation zu würdigen. Bei den beiden Auftaktveranstaltungen im Oktober in der evangelischen Kirchengemeinde Sonnenberg war das Gotteshaus voll. Sehr zur Freude von Pfarrer Hartmut Mildenberger und Kirchengemeinderätin Sabine Klonk. „Der Kirchenkreis gibt den Rahmen vor, wann ungefähr was thematisiert werden soll“, sagt Klonk. Gestalten dürfen die Gemeinden selbst. Herausgekommen sind abwechslungsreiche Programme.

In der Sonnenberggemeinde geht es weiter am Dienstag, 10. Januar. Von 20 Uhr an ist Pfarrer Stefan Wittig zu Gast im Gemeindezentrum an der Johannes-Krämer-Straße. Er spricht über die Revision der Lutherbibel. „Es lohnt sich, den Vortrag anzuhören“, sagt Mildenberger. Schließlich seien damals etwa 42 Prozent der Bibelverse verändert worden.

Luthertexte und Kunstinstallationen

Im Februar heißt das Motto: „Luther lesen“. Am Donnerstag, 9. Februar, 19 Uhr, liest Mildenberger aus der Freiheitsschrift Luthers. „Diese befreit von allen religiösen Zwängen durch die Bindung an Gott und begründet die evangelische Ethik neu“, so der Pfarrer. Eine Woche später dreht sich bei der Lesung von Dekan i. R. Martin Luscher alles um die Adelsschrift, die aus gesellschaftspolitischer Sicht als die bedeutendste Luthers gilt, da sie die Grundmauern der damaligen Gesellschaftsordnung eingerissen hat. Der Vortrag am Donnerstag, 16. Februar, beginnt ebenfalls um 19 Uhr. Zum Abschluss geht es um den Text der Katechismen. Pfarrerin Birgit Luscher legt ihren Fokus vor allem auf die Auslegung des ersten Gebots, welches den Gottesbegriff grundlegend neu fasst. Ihr Vortrag ist am Donnerstag, 23. Februar.

Mitte Mai wird es musikalisch: „Uns war bei der Planung der Veranstaltungen der ökumenische Gedanke sehr wichtig“, sagt Mildenberger. Deshalb wird es in der Nacht der Freiheit am Freitag, 12. Mai, ein ökumenisches Taizegebet geben. Diese Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Möhringen und Fasanenhof vorbereitet wurde, verbindet meditative Musik und Gebet einem bestimmten Ritus folgend. Das Jahr findet seinen Höhepunkt in der Festwoche vom 26. Oktober bis zum 1. November. Neben einem Cemballokonzert in der Sonnenbergkirche ist bislang auch schon eine Kunstinstallation von Ottmar Hörl in Kooperation mit der Galerie Abtart aus Möhringen geplant.

Auf den Spuren Martin Luthers

Die evangelische Gemeinde Fasanenhof hat gleich zwei Gründe zum Feiern. Neben dem Lutherjahr steht nämlich auch der 50. Geburtstag der Bonhoefferkirche an. Das Gemeindefest zum Jubiläum ist im Juni geplant. Zudem wollen sich die Fasanenhofer auf die Spuren Martin Luthers begeben. Der Gemeindeausflug im September führt daher in diesem Jahr nach Worms. Am Rande des dortigen Reichstags 1520 verteidigte Martin Luther seine Schriften – und weigerte sich, diese zu widerrufen.

Die evangelische Gemeinde Möhringen widmet sich in ihrer Erwachsenenbildungsreihe Treff am Turm dem Lutherjahr. „Man wird noch in künftigen Generationen darauf schauen, wie wir dieses denkwürdige Jahr begangen haben und daran den geistlichen Wasserstand der Protestanten im frühen 21. Jahrhundert abzulesen versuchen“, schreibt Pfarrer Winfried Maier-Revoredo in seinem Vorwort. Das Jubiläum sei Anlass für eine Selbstbesinnung und Selbstbestimmung als evangelische Christen in einer Zeit, die von vielfältigen Herausforderungen geprägt sei. Am Samstag, 14. Januar, lädt die Gemeinde zum Eröffnungsgottesdienst für die Schwerpunktreihe zum Thema Luther ein. Beginn in der Christuskirche an der Meßstetter Straße ist um 19 Uhr. In den Wochen danach stehen verschiedene Vorträge und eine Exkursion zum Bauernkriegsmuseum in Böblingen auf dem Programm.

Auf die eigenen Wurzeln besinnen

Auch die evangelische Kirchengemeinde Vaihingen hat einiges geplant. Am 5. Februar beginnt eine sechsteilige Predigtreihe. Bis zum 12. März steht dann jeden Sonntag ein für die Reformation besonders relevanter Text im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Die in Vaihingen mittlerweile zur Tradition gewordene Sommerwoche wird sich mit Martin Luther und seinem Wirken beschäftigen. Für den Herbst plant die Gemeinde eine Lektürereihe. „Es ist wichtig, sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen. Wir wollen theologische Impulse geben“, sagt Pfarrerin Miriam Hechler, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die evangelische Gemeinde Rohr-Dürrlewang lädt am Samstag, 18. März, 19 Uhr, zu einem Reformationskonzert in die Stephanuskirche ein. Es gibt einen Projektchor, jeder darf mitsingen. Der Kirchenmusiker Stefan Lipka hat ein Programm vorbereitet mit von der Reformation geprägter Musik. Die Proben sind am 11. Februar und 11. März jeweils von 14 bis 17 Uhr in der Stephanuskirche. Darüber gibt es eine Vortragsreihe. An drei Donnerstagen, 26. Januar, 9. Februar und 9. März, geht es in der Laurentiuskirche jeweils von 19 Uhr an um den Protestantismus im Allgemeinen und Martin Luther im Besonderen.

In der evangelischen Kirchengemeinde Büsnau laden die Kirchengemeinderätinnen am Sonntag, 29. Januar, zu einem besonderen Gottesdienst ein. Es geht um die Frauen und die Reformation. Beginn in der Versöhnungskirche am Büsnauer Platz 15 ist um 9.30 Uhr.

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