Zwei Männer müssen sich wegen Landfriedensbruchs vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Foto: dpa

Im März marschierten Mitglieder der Straßengang Red Legion in Ludwigsburg auf. Nur ein Großaufgebot der Polizei konnte verhindern, dass die Situation völlig außer Kontrolle geriet. Nun müssen sich zwei Männer vor Gericht verantworten.

Ludwigsburg - Zwei mutmaßliche Mitglieder der verbotenen Straßenbande Red Legion müssen sich von Mittwoch an wegen Landfriedensbruchs vor dem Landgericht in Stuttgart verantworten. Die 21 und 23 Jahre alten Männer sollen sich am 29. März dieses Jahres an einem Aufmarsch der Gruppe in Ludwigsburg beteiligt haben. Dabei kam es zu Auseindersetzungen mit einer gegnerischen Gruppe, den United Tribuns, und der Polizei. Nur mit Mühe und einem Großaufgebot konnte die Polizei verhindern, dass die Situation vollends eskalierte. Durch ihre Teilnahme an der Aktion hätten die Angeklagten beabsichtigt, den verbotenen Verein Red Legion, der inzwischen auch unter dem Namen Stuttgarter Kurden bekannt ist, zu unterstützen, wird diesen in der Anklage vorgeworfen.

Im März dieses Jahres marschierten die Gangs auf

Schon vor dem Aufeinandertreffen in Ludwigsburg hatten sich die Red Legions und die United Tribuns im Raum Stuttgart wechselseitig provoziert. Am 14. März bei der Langen Nacht der Museen marschierten die Red Legions zunächst durch Stuttgart, außerdem veröffentlichten sie im Internet ein Video, das zeigt, wie sie eine zuvor erbeutete Kutte verbrannten – die Jacke gehörte offenbar einem United-Tribuns-Mitglied aus dem Kreis Ludwigsburg.

Die Tribuns wollten sich daraufhin am 29. März ebenfalls in Stuttgart versammeln, wichen aber wegen des enormen Polizeiaufgebots nach Ludwigsburg aus. 150 Mitglieder der Gang marschierten schließlich in der City auf und lieferten sich verbale und teils auch handgreifliche Auseinandersetzungen mit ihren Rivalen und mit Polizisten. In der McDonald’s-Filiale am Arsenalplatz wurden zwei junge Männer von United-Tribuns-Mitgliedern verprügelt, einer erlitt einen Nasenbeinbruch.

Angeklagte sollen United Tribuns provoziert haben

Die Schläger aus dem Fast-Food-Restaurant sind bereits vom Ludwigsburger Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden: teilweise zu Haftstrafen und teilweise zu Bewährungsstrafen. Das gleiche gilt für vier junge Mitglieder der Red Legion, die bei den Ereignissen Widerstand gegen die Polizei geleistet hatten. Insgesamt sind im März 18 Personen festgenommen worden.

Die Angeklagten, denen nun am Stuttgarter Landgericht der Prozess gemacht wird, sollen laut der Staatsanwaltschaft die von der Polizei eingekesselten United Tribuns provoziert haben, „wodurch die Lage endgültig zu eskalieren drohte“. Sie sollen zudem versucht haben, eine Polizeikette zu durchbrechen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: