Auf dem Nürburgring belegte Max verstappen Platz zwei und war zufrieden – aber wie geht es für den Niederländer bei Red Bull weiter? Foto: AP/Bryn Lennon

Red Bull bracht einen Motor: Honda wird die Formel 1 verlassen, Mercedes will keinen Motor liefern, Ferrari wohl auch nicht – bleibt Renault, doch von den Franzosen ist Red Bull 2018 im Streit geschieden. Was nun?

Nürburg/Stuttgart - In den Social Media pflegt man seine Freundschaften und seine Feindschaften. Oder man lässt Gleichgültigkeit sprechen. Vor Kurzem hat Max Verstappen auf Instagram und Twitter das Folgen für Honda und Red Bull aufgelöst – und manche sahen darin ein Zeichen, dass sich der Niederländer von seinem Team womöglich noch weiter abnabeln könnte als lediglich im Netz. „Ich hatte schlicht keine Lust mehr auf Formel-1-News, deshalb“, betonte der Jungstar vor dem Grand Prix in der Eifel. Es habe nichts damit zu tun, dass Red Bulls Motorenlieferant Honda Ende 2021 seine Formel-1-Filiale schließt.

Die innere Balance in der Rennsportabteilung des Getränkegiganten aus Fuschl am See hat unter dieser Ankündigung spürbar gelitten, schließlich ist Formel 1 ohne Motor so sinnvoll wie Fußball ohne Tore oder Schwimmen ohne Wasser. „Ich hoffe, ich ende nicht wie Fred Feuerstein“, scherzte Max Verstappen am Nürburgring und bewies, dass er noch nicht von Zukunftsängsten ergriffen wurde. „Ich konzentriere mich darauf, was ich zu tun habe, und das heißt, den Wagen mit einem Motor im Heck so schnell zu fahren, wie ich kann.“ Man muss wahrlich kein Motorsport-Insider sein, um glaubhaft zu prophezeien: Wie die prähistorische Comicfigur Fred Feuerstein, der die steinernen Walzenräder seines Fahrzeugs mit der Muskelkraft der eigenen Beine antreibt, so wird Max Verstappen sein Auto in der Formel 1 garantiert nicht fahren. Das verbieten schon die Regeln.

Bis Weihnachten will Red Bull Klarheit

Die Bullen um Teamchef Christian Horner haben längst Augen geschärft und Ohren gespitzt, um einen Nachfolger für Honda zu orten, nachdem den Japanern das Formel-1-Abenteuer in Zeiten der Pandemie und des Technologiewechsels in der Autobranche zu kostspielig geworden ist. „Man muss für alle Möglichkeiten offen sein“, beteuerte Horner, der bis Weihnachten Klarheit haben will. Als Partner kommen Mercedes, Ferrari und Renault infrage, wobei die Erstgenannten entweder vollständig oder halbherzig abgewinkt haben. „Nein“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, „wir sind fast auf einem Stand, dass wir nicht mal für uns alle Power Units machen können.“ Und Mattia Binotto meinte vielsagend nichtssagend: „Es ist etwas, worüber wir uns allmählich Gedanken machen sollten.“ Vielleicht wollte der Teamchef von Ferrari damit nur andeuten: Warum sollten wir einem WM-Konkurrenten einen guten Motor liefern?

Max Verstappens Vertrag läuft bis 2023

Bleibt die Rückkehr zu Renault, jedoch hatte sich Red Bull 2018 wegen notorischer PS-Unterlegenheit im Streit getrennt, was eine Versöhnung schwierig, aber nicht unmöglich macht. „Renault ist jetzt eine andere Organisation als damals“, säuselte Horner freundlich. Oder Red Bull übernimmt die Fabrik und das Know-how von Honda, was für das Brause-Imperium nicht ganz billig werden dürfte. Verstappen wird die Suche beobachten, sein Vertrag läuft zwar noch bis 2023, doch er wäre nicht der erste Rennfahrer, der seinen Kontrakt gegen eine Ablöse nicht erfüllt. Vorerst ruht der See still, alle haben sich lieb – Max Verstappen hat in den Social Media wieder den Knopf „Folgen“ bei Red Bull gedrückt.

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