Zwei Jahre lange zierte der Winamax-Schriftzug die Brust des VfB. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Der Ex-Trikotsponsor will im Rechtsstreit mit dem VfB Stuttgart nicht klein beigeben – und klagt nun seinerseits gegen den Fußball-Bundesligisten.

Neue Wendung im Rechtsstreit zwischen dem VfB Stuttgart und Winamax: Der Ex-Sponsor hat nach Informationen unserer Redaktion Widerklage gegen den Fußball-Bundesligisten erhoben. Ursprünglich hatte der VfB den französischen Wettanbieter vor dem Landgericht Stuttgart auf die Zahlung von 2,75 Millionen Euro verklagt. Um welchen Streitwert es sich im Falle von Winamax’ Widerklage verhält, ist nicht bekannt.

 

Das Verfahren wird sich damit weiter in die Länge ziehen. Ursprünglich war noch in diesem Jahr mit einem Verhandlungstermin gerechnet worden. Dieser wird nun erst 2026 stattfinden. Für Dezember hat das Landgericht einen nicht-öffentlichen Organisationstermin eingeschoben. Internationale Verfahren – Winamax hat seinen Sitz in Frankreich – gelten als rechtlich komplex.

Im Klartext: Der VfB muss weiter auf sein Geld warten, das er von Winamax erstreiten möchte. So er denn als Sieger aus dem Verfahren hervorgeht. Experten halten einen Vergleich für wahrscheinlich. Eine außergerichtliche Einigung war vorab gescheitert - zu verhärtet sind die Fronten. Was sich nun auch in der Widerklage ablesen lässt. Winamax will nicht klein beigeben.

Der Wettanbieter aus Paris hatte seine Zahlungen im Frühjahr eingestellt, weshalb der VfB im Pokalfinale den „Winamax“-Schriftzug kurzfristig durch den neuen Trikotsponsor LBBW ersetzt hatte. Es kam zum Eklat. Nach Ansicht der Franzosen hat der VfB mehrfach gegen Vertragspflichten verstoßen. Unter anderem durch die vorzeitige Bekanntgabe des Nachfolgers, der Landesbank Baden-Württemberg. Auch dass Vorstandschef Alexander Wehrle auf der Mitgliederversammlung 2024 die vorzeitige Aufkündigung des Vertrags angekündigt hatte, war dem Unternehmen sauer aufgestoßen.

Eine Liebesheirat wurde es nie

Nach dem Aus der Mercedes-Benz-Bank als Trikotsponsor konnte der Sportwettenanbieter erst auf den letzten Drücker zur Spielzeit 2023/24 als Nachfolger gewonnen werden. Für die nicht unerhebliche Summe von 8,5 Millionen Euro pro Jahr. Doch eine Liebesheirat wurde es nie. Viele Fans fremdelten mit dem Wettanbieter, später tat es auch der Verein. Ehe es zum Bruch kam. „Es ist als Vorstand einer AG unsere Pflicht, auf die Bezahlung berechtigter Forderungen zu bestehen und unsere Rechte notfalls gerichtlich durchzusetzen“, sagte Vorstandschef Wehrle im Sommer.