In den Protesten geht es um Verhandlungen mit katalanischen Separatisten. Foto: AP

Das Getöse der spanischen Rechten hat keinen realen Hintergrund. Es geht eigentlich nur darum, dass die Rechte es nicht erträgt, wenn die Linke regiert.

Madrid - Es ist ganz normal, dass die Opposition eine Regierung aus dem Amt jagen möchte. So sind die Regeln in einer parlamentarischen Demokratie. Es ist aber nicht normal, deswegen zur Massendemo aufzurufen, wie das an diesem Wochenende die spanische Rechte getan hat. Das wäre nur dann zu rechtfertigen, wenn die Demokratie selbst in Gefahr ist. Dass das in Spanien so sein soll, wie die Konservativen behaupten, ist eine lächerliche Annahme. Der spanischen Demokratie geht es gut – danke der Nachfrage.

Der Protest auf der Plaza de Colón in Madrid folgt einem bekannten Muster: Spaniens Rechteerträgt es nicht, wenn die Linke regiert. Das war schon zu Zeiten der Zapatero-Regierung (von 2004 bis 2011) so, als kein Vorwand geringfügig genug war, um auf die Straße zu gehen: gegen die Ehe für alle, gegen die liberale Abtreibungsreform, gegen die Gespräche mit der ETA. Hauptsache Lärm. Und so ist es auch jetzt wieder. Natürlich ist Regierungschef Sánchez kein Hochverräter, weil er mit den katalanischen Separatisten zu reden versucht, und wäre es im Beisein eines Vermittlers. Sánchez tut dies für sein Land. Die rechte Opposition antwortet darauf mit populistischem Getöse. Spaniens Demokratie wird das aber aushalten. Denn es geht ihr – allen Untergangsprophetien zum Trotz – gut.

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